Die Faschingsgilde hat wieder ihren bunt geschmückten Schlorperbaum mit Unterstützung von Feuerwehr und Bauhof in der Stadtmitte aufgerichtet.Foto: Elisabeth Schmid
Zum 28. Mal wurde am Samstag der Narrenbaum der Schlorpergilde auf dem Krumbacher Marktplatz aufgestellt. Diese Veranstaltung ist ein zentraler Bestandteil des lokalen Faschingsbrauchs. Mit seinen 12,5 Metern dominiert der Baum jetzt den Marktplatz. Die Schlorper gibt es seit 101 Jahren.
Im vorigen Jahr feierte die Faschingsgilde mit einem großen Ball den 100-jährigen Geburtstag. Zurzeit sind 82 Mitglieder bei den Schlorpern. Der älteste Schlorper ist Roman Klarmann, er wird heuer 95 Jahre alt. In Krumbach ist er mit seinem Akkordeon und seiner Musik allseits bekannt und beliebt. Der jüngste Schlorper, gerade erst dazugekommen, ist der 18-jährige Basti Ringler. Er setzt die Tradition seiner Familie fort und wird in der Schlorpersprache „Säugling“ genannt. Er muss sich erst bewähren und zeigen, „ob er zu einem richtigen Schlorper taugt“, betonte der erste Vorsitzende Christian Seitz von der Gilde.
Fasching in Krumbach: Das traditionelle Aufstellen des Schlorperbaums am Marktplatz in Bildern
Jedes Jahr richtet die Faschingsgilde ihren bunt geschmückten Schlorperbaum mit Unterstützung von Feuerwehr und Bauhof in der Stadtmitte auf. Eine Bildergalerie.
Pünktlich um 11 Uhr am Samstag zogen die Schlorper los, an der Spitze der Vorsitzende mit Roman Klarmann, und spielten ihr traditionelles Lied „Annemarie“. Dann wurde im Beisein zahlreicher Zuschauer, die trotz Minustemperaturen alle gut gelaunt waren, der Narrenbaum geschmückt. Unter andern mit einem Windspiel, Emblemen der Gilde und Figuren, die besondere Schlorper darstellen. Bunte Bänder schmücken ebenfalls den Baum. Dann wurde er mithilfe des Bauamtes und der Feuerwehr unter viel Beifall aufgestellt.
Das „Schlorperorchester“ spielte mit launigen Liedern auf. Foto: Elisabeth Schmid
Die Krumbacher Schlorper sind traditionell gekleidet: blaue Schürze, ein Hut mit vielen bunten Federn und eine rote Krawatte, die mit einem „Knopf“ geschlossen wird. Aber nicht nur die Kleidung zeichnet den echten Schlorper aus, sondern vor allem sein Sinn für Gemütlichkeit, seinen Humor und ein liebevolles Miteinander. Auch das „Menü“ der Schlorper ist nach wie vor genau 100 Jahren dasselbe: Es gibt gelbe Wurst, sauren Hering und dunkles Bier. In diesem Jahr bot die Faschingsgilde auch Glühwein an.
Christian Seitz machte bei einer lustigen Büttenrede auf die prekäre politische Lage aufmerksam. Vor allem das Thema Hallenbad beunruhige ihn sehr. Die Besucher hatten ihren Spaß und klatschten begeistert Beifall. Zum Schluss spielte das „Schlorperorchester“ mit launigen Liedern auf. Zu Gast waren weitere Faschingsgilden, wie die Gaudiweiber, die Zylinderer und die Rosenmontagswitwen. So ging das launige Treiben noch lange auf dem Marktplatz weiter.
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