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Pflegeheime im Landkreis Günzburg: Was die Illersenio-Übernahme für Kosten bedeutet

Landkreis Günzburg

Neubau, Kosten, Personal: Was sich mit Illersenio in den Günzburger Landkreis-Pflegeheimen ändert

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    Sieht es so bald auch in den Seniorenheimen im Kreis Günzburg aus? Vermutlich nicht ganz. Doch der Neubau von Illersenio in Vöhringen verspricht schöne Aussichten für das Neubauprojekt in Günzburg.
    Sieht es so bald auch in den Seniorenheimen im Kreis Günzburg aus? Vermutlich nicht ganz. Doch der Neubau von Illersenio in Vöhringen verspricht schöne Aussichten für das Neubauprojekt in Günzburg. Foto: Alexander Kaya

    In einem Brief an die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige haben Landrat Hans Reichhart und Max Mayer, Werkleiter Eigenbetrieb Seniorenheime, über die Übernahme der Pflegeeinrichtungen durch Illersenio ab dem 1. Januar 2027 informiert. „Seit Jahren bauen viele caritative oder private Träger, aber auch wir, die Betreuungsangebote für Seniorinnen und Senioren in jeder Lebenslage aus. [...] Gleichzeitig suchen wir immer wieder nach Partnern, um das Angebot weiter verbessern und ausbauen zu können.“ Ab dem kommenden Jahr wird der Eigenbetrieb Seniorenheime mit der Illersenio gGmbH, die 1968 als Caritasverein Illertissen gegründet wurde, „die Kräfte bündeln“. Im Brief steht auch: Für den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner wird sich nichts ändern. Ansprechpartner und gewohntes Umfeld bleiben das Gleiche. Wer steckt hinter dem neuen Betreiber? Und wird es für die Angehörigen und Bewohner möglicherweise teurer?

    Die Antwort darauf lautet: nicht automatisch. Hintergrund ist die Finanzierung von Pflegeheimen. Die eigentlichen Pflegekosten hängen vom Pflegeschlüssel ab. Dieser wird verhandelt und ist fest geregelt. Der zweite große Kostenblock ist der sogenannte Investitionskostenanteil. Damit wird die „Miete“ finanziert, also das Gebäude abbezahlt. Und hier kann es zu Unterschieden kommen – ähnlich wie auf dem Mietwohnungsmarkt: Es gibt Zimmer mit verschiedenen Ausstattungen. Manche haben einen Balkon und liegen hinaus zum ruhigen Hinterhof, andere vielleicht direkt an einer viel befahrenen Straße. Das eine ist groß und modern in zentraler Lage, mit einem Pool im Haus, das andere Zimmer liegt in einem alten Gebäude, außerhalb der Stadt. In alten und bereits abbezahlten Gebäuden bleiben die Investitionskosten natürlich niedriger als im modernen Neubau.

    Zusätzlich gibt es von der Pflegekasse Leistungszuschläge. Die Kasse zahlt einen festen Zuschuss, der mit dem Pflegegrad steigt. Je länger die Senioren im Heim wohnen, desto geringer wird der Eigenanteil. Bei einem Jahr übernimmt die Pflegekasse 15 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils, nach drei Jahren sind es 75 Prozent – theoretisch. „Die Verweildauer in den Einrichtungen im Landkreis Günzburg ist meist wesentlich geringer“, wie Werkleiter Max Mayer vor wenigen Monaten im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte.

    Freistaat Bayern förderte Pflegeheim in Vöhringen mit 9,6 Millionen Euro

    In Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm hat Illersenio ein Pflegeheim für rund 45 Millionen Euro gebaut. Das Bayerische Staatsministerium für Pflege und Gesundheit steuerte 9,6 Millionen Euro im Rahmen einer Förderrichtlinie bei. Das Konzept des neuen Pflegeheims war so überzeugend, hieß es, dass sich der Freistaat zu dieser finanziellen Hilfe entschlossen habe. Neu sei die Kombination traditioneller Holzbauweise mit modernsten Methoden industrieller Fertigung. Für die Bewohner, die sich entschieden haben, ins neue Gebäude umzuziehen, wurde der Platz teurer, da der Neubau refinanziert werden muss. Das neue Haus wird auch außerhalb von Fachkreisen als „ein Pflegeheim der Zukunft“ bezeichnet.

    Das moderne Gebäude in Vöhringen wird vom Freistaat als Pilotprojekt und als Maßstab für die Pflege in Deutschland bezeichnet.
    Das moderne Gebäude in Vöhringen wird vom Freistaat als Pilotprojekt und als Maßstab für die Pflege in Deutschland bezeichnet. Foto: Ursula Katharina Balken

    Auch beim geplanten Seniorenzentrum auf dem Gelände des Bezirks Schwaben in Günzburg wird der Satz in einigen Jahren für die Leute, die im Neubau wohnen werden, automatisch höher sein als bisher im alten Wahl-Linderschen oder im Heiliggeist-Altenheim.

    Neubauprojekt in Günzburg setzt auf Illersenio-Expertise

    Für die Menschen, die jetzt in den Einrichtungen in Günzburg, Burgau, Jettingen und Thannhausen leben, wird der Pflegeplatz durch die Übernahme im Januar nicht automatisch teurer, erklärt Projektleiter Christoph Langer aus dem Landratsamt. Sollte Illersenio in den kommenden Jahren in die bestehenden Gebäude investieren, könnte sich das je nach Fall natürlich ändern. Für das Neubauprojekt im Bereich der Kliniken in Günzburg hoffe man sehr auf die Expertise des Unternehmens, genauer gesagt deren Bauträgergesellschaft. „Illersenio hat erkannt, was das Wichtigste ist“, so Langer. Neben den modernen Wohnanlagen für Senioren sei es die Motivation der Mitarbeitenden: „Ohne die Mitarbeiter kann Illersenio diese Häuser nicht betreiben.“ Es sei ein Riesenvorteil, motivierte Leute zu haben, die auch „den Extraschritt gehen“. Im Kreis Günzburg hofft man, dass der Verein das Problem der Mitarbeitergewinnung lösen kann.

    Das neue Günzburger Seniorenzentrum wird nahe der Lindenallee im Bereich der Georg-Simnacher-Stiftung zwischen dem "Polizeiohr" und dem Hubschrauberlandeplatz des BKH und der Kreisklinik entstehen.
    Das neue Günzburger Seniorenzentrum wird nahe der Lindenallee im Bereich der Georg-Simnacher-Stiftung zwischen dem "Polizeiohr" und dem Hubschrauberlandeplatz des BKH und der Kreisklinik entstehen. Foto: Alexander Kaya

    Der Pflegedienstleister Illersenio betreibt in der Region zahlreiche Seniorenwohnungen und Pflegeeinrichtungen, etwa in Weißenhorn, Illertissen und Laupheim. Zuletzt wurden Pläne für die derzeit noch brachliegende „Kässbohrer-Insel“ in Senden vorgestellt. Dort will das Vöhringer Unternehmen die Anlage „Seerosenpark“ mit 170 Wohnungen für Seniorinnen und Senioren bauen.

    Für die pflegebedürftigen Menschen im Kreis Günzburg sei es laut Geschäftsführer Dominik Rommel das Ziel, die Pflege- und Versorgungsdichte im Kreis zu stärken und das Angebot „insbesondere in der ambulanten und teilstationären Pflege weiter auszubauen, um damit auch kostengünstigere Alternativen im Vergleich zu einer stationären Pflege zu etablieren.“

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