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Sanierung der Bahnhofstraße Krumbach: Ein Blick auf ihre historische Entwicklung

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Wie die Bahnhofstraße Krumbach sich im Laufe der Zeit veränderte

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    Vielfach änderte die Bahnhofstraße in Krumbach als Haupt-Nord-Süd-Verkehrsachse im Laufe der Zeit ihr Gesicht. Einst gab es dort noch alleenartig beidseits gepflanzte Bäume.
    Vielfach änderte die Bahnhofstraße in Krumbach als Haupt-Nord-Süd-Verkehrsachse im Laufe der Zeit ihr Gesicht. Einst gab es dort noch alleenartig beidseits gepflanzte Bäume. Foto: Stadtarchiv Krumbach, Repro Manfred Keller

    Straßen dienen gemeinhin als Transportwege, helfen bei der Orientierung, sind zielgerichtet. Straßen führen nicht nur „von A nach B“, sie bieten Kommunikationsmöglichkeiten, haben Geschichte, bergen Geschichten und prägen eine Kommune entscheidend. Straßen haben ein Gesicht. Und werden durch Um- und Ausbauten sowie Sanierungsmaßnahmen einer „Gesichtskosmetik“ unterzogen, wie es aktuell in der Bahnhofstraße in Krumbach geschieht. Die Verkehrsteilnehmer in der Stadt erfahren die Auswirkungen und erleben dies noch etliche Monate. Andererseits sind Wasserleitungsbau, von Kanalsanierung und Erneuerung der Fahrbahndecke wichtig für eine intakte Infrastruktur. So ist die Bahnhofstraße in Krumbach wesentliche Hauptverkehrsachse in Nord-Südrichtung zwischen Günzburg und Memmingen.

    Krumbach und Hürben durften einst Wegezoll erheben

    In der Krumbacher Historie hatte diese Trasse seit jeher große Bedeutung. Schon in vergangenen Jahrhunderten waren Straßen für den damaligen Marktverkehr wichtig. Einmal jene Wegleitung von Augsburg her, welche über die Kammelbrücke führte – und eben die von Günzburg kommend. Wegen der Unterhaltung dieser viel genutzten Straßen wurde übrigens zeitweise sowohl dem damaligen Markt Krumbach als auch dem benachbarten Dorf Hürben (heute Stadtteil) die Erhebung von Wegezoll gewährt. Um das Jahr 1790 wurde als „Brückengeldeinnehmer der Straße von Günzburg“ ein Kleophas Beyrer in den Archivaufzeichnungen genannt. In der jüngeren Geschichte hat die Bahnhofstraße ihre originäre Aufgabe als eine der Hauptverkehrsadern (und längst aufgestuft zur Bundesstraße B 300 – im nördlichen Teilstück auch B 16) zwar behalten, ihr Gesicht aber insbesondere im Laufe der vergangenen Jahrzehnte oftmals sichtbar verändert.

    In den 1960-er Jahren wurde die Lichtensteinstraße an die Bahnhofstraße angeschlossen

    Waren es vor Jahrzehnten noch Handwerks- und Handelsbetriebe (vom Steinmetz bis zum Maler), so siedelten sich vornehmlich im nördlichen Bereich rund um den Bahnhof (der ja auch Namensgeber für die Straße ist) Industrieunternehmen und größere Betriebe an. Das Bild der Bahnhofstraße hat sich auch durch größere Ausbauten verändert. Dazu gehören Bau und Anschluss der Lichtensteinstraße beim Postamt und die Neugestaltung der Abzweigung der Ulmer Straße Anfang der 1960-er Jahre.

    So sah in den 1950er Jahren der Kreuzungspunkt Bahnhofstraße / Ulmer Straße aus, mit dem Baum vor dem Wojatschek-Lebensmittelladen.
    So sah in den 1950er Jahren der Kreuzungspunkt Bahnhofstraße / Ulmer Straße aus, mit dem Baum vor dem Wojatschek-Lebensmittelladen. Foto: Stadtarchiv Krumbach, Repro Manfred Keller

    Stichwort optische Erscheinung: Ein wesentliches gestalterisches Element in der Straßenführung waren früher die fast alleenartig gepflanzten Bäumchen beidseits der Bahnhofstraße, die bei einer späteren Straßenverbreiterung geopfert wurden. Der städtebaulichen Veränderung in jüngerer Zeit geschuldet sind nach dem Abriss des BayWa-Lagerhauses und des Baugeschäfts Johanni der Apothekenbau und das Ärztehaus westseits der Straße. Gegenüber entstanden Märkte und Textilgeschäfte. So ist es nicht zuletzt die gewerbliche Struktur, von der die Nutzung der anliegenden Anwesen geprägt wurde und wird: Kleine Einzelhandelsbetriebe unterliegen quasi einer „Fluktuation des Zeitgeistes“ und es ist auch ein sozial-gesellschaftlicher Umbruch festzustellen.

    Die Bahnhofstraße in Krumbach bei der Abzweigung Luitpoldstraße in einer historischen Aufnahme mit dem Pferdefuhrwerk der Krumbacher Spedition Georg Drappeldrey.
    Die Bahnhofstraße in Krumbach bei der Abzweigung Luitpoldstraße in einer historischen Aufnahme mit dem Pferdefuhrwerk der Krumbacher Spedition Georg Drappeldrey. Foto: Stadtarchiv Krumbach, Repro Manfred Keller

    Wie schon gesagt: die Krumbacher Bahnhofstraße - eine Straße mit langer Geschichte und vielen Gesichtern. Gesichter, deren Züge sich im Laufe der Zeit oftmals veränderten.

    Historischer Blick in die Bahnhofstraße: stadteinwärts in Höhe der Zeitungs-Redaktion „Krumbacher Bote“ - heute „Mittelschwäbische Nachrichten“.
    Historischer Blick in die Bahnhofstraße: stadteinwärts in Höhe der Zeitungs-Redaktion „Krumbacher Bote“ - heute „Mittelschwäbische Nachrichten“. Foto: Stadtarchiv Krumbach, Repro Manfred Keller
    Aktuell ist die Bahnhofstraße in Krumbach komplett gesperrt wegen Sanierungsarbeiten.
    Aktuell ist die Bahnhofstraße in Krumbach komplett gesperrt wegen Sanierungsarbeiten. Foto: Annegret Döring
    Umfangreiche Arbeiten an der Bahnhofstraße in Krumbach mit Wasserleitungsbau sind Grund für die derzeitige Sperrung der Bahnhofstraße zwischen Lichtensteinstraße und Babenhauser Straße. Erst konnten Fahrzeuge noch halbseitig durchfahren.
    Umfangreiche Arbeiten an der Bahnhofstraße in Krumbach mit Wasserleitungsbau sind Grund für die derzeitige Sperrung der Bahnhofstraße zwischen Lichtensteinstraße und Babenhauser Straße. Erst konnten Fahrzeuge noch halbseitig durchfahren. Foto: Annegret Döring
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