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Absage
20.02.2017

Schwarzwald-"Tatort" ohne Harald Schmidt

Harald Schmidt hat beim Schwarzwald-«Tatort» abgesagt.
Foto: Christoph Schmidt (dpa)

Paukenschlag und große Enttäuschung: Harald Schmidts Absage seiner Rolle im neuen Schwarzwald-"Tatort" sorgt für gehörig Wirbel bei den "Tatort"-Machern des SWR. Das Skript muss jetzt flugs umgeschrieben werden. Schließlich geht's in drei Wochen los mit den Dreharbeiten.

aden (dpa) - Es war ein großer Coup und nun wird daraus nichts. TV-Entertainer und Publikumsmagnet Harald Schmidt will beim neuen Schwarzwald-"Tatort" nicht mehr mitspielen. Warum? So richtig weiß das keiner.

"Wir haben das erst am Wochenende erfahren", sagt Wolfgang Utz, Sprecher des Südwestrundfunks (SWR) in Stuttgart. "Es hat uns kalt erwischt", sagt die SWR-Sprecherin in Baden-Baden, Annette Gilcher. "Dazu gibt es leider keinen weiteren Kommentar", sagt Schmidts Agentin Sigrid Korbmacher.

Offiziell ist von persönlichen Gründen für Schmidts Entscheidung die Rede. "Wir sind äußerst betroffen und bedauern das sehr", heißt es von Seiten der Noch-SWR-Filmchefin Martina Zöllner. Sie wechselt zum 1. Juni zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und übernimmt dort den neuen Programmbereich "Doku und Fiktion". Die fünfwöchigen Dreharbeiten zum Schwarzwald-"Tatort" wird sie also noch betreuen.

"Was das Drehbuch und seine Rolle betrifft, herrschte bestes Einvernehmen", sagt SWR-Sprecherin Gilcher. Insgesamt sind wie gehabt vom 7. März an 24 Drehtage vorgesehen - vier davon eigentlich mit Harald Schmidt. Der hatte sich eigenen Angaben zufolge seinerzeit richtig auf die ihm zugedachte Rolle des Gernot Schöllhammer gefreut. "Tatort ist das Einzige, das ich noch nicht gespielt habe", hatte Schmidt gesagt.

Sogar bei der Polizei Freiburg war Schmidt vor einigen Monaten bereits vorstellig geworden, um sich besser in seine "Tatort"-Funktion als Leiter der Freiburger Kripo einfühlen zu können. "Es war ein intensiver Austausch", sagt eine Sprecherin der Freiburger Polizei. Laut Gilcher sollte Schmidts Rolle als Chef der beiden neuen "Tatort"-Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg "klein und prägnant" sein.

Das ist erstmal passé. Wie das Drehbuch jetzt umgefriemelt wird, ist offen und wird die zuständige SWR-Redaktion die nächsten drei Wochen beschäftigen. Ein Schöllhammer kommt darin jedenfalls nicht mehr vor; vielleicht aber ein anderer Vorgesetzter oder auch gar keiner mehr, heißt es von Seiten des SWR.

Zuletzt war Schmidt für das ZDF im Einsatz. Am 17. Februar habe er sich von der Crew des Dauerbrenners "Das Traumschiff" verabschiedet und sei von Rio de Janeiro zurückgeflogen, sagte die zuständige ZDF-Redakteurin Andrea Klingenschmitt. Die Folge sei am 2. Weihnachtstag zu sehen. Klingenschmitt geht davon aus, dass Schmidt auch bei den nächsten Dreharbeiten im Januar 2018 wieder dabei sei.

Im Zentrum des ersten "Tatort"-Falls soll der Mord an einer Elfjährigen stehen: In einer idyllischen Schwarzwaldgemeinde wird das Mädchen erschossen; ein Nachbarjunge verschwindet. Wo genau gedreht wird, steht noch nicht fest. Die Dreharbeiten beginnen wegen anfänglicher Terminprobleme ohnehin etwas später als ursprünglich geplant. Mehrere Orte und rund 20 verschiedene Locations im südlichen Schwarzwald seien dem SWR von der Schwarzwald-Tourismus GmbH vorgeschlagen worden. "Wo genau dürfen wir nicht sagen", berichtet deren Sprecher Wolfgang Weiler.

Er hat Schmidt noch nicht getroffen und ist ein bisschen traurig über dessen Abgang, ansonsten aber wohlgemut. "Wir bedauern, dass Harald Schmidt sich diese Chance entgehen lässt", sagt er. "Aber jammern hilft nichts und wir werden trotzdem einen tollen Schwarzwald-'Tatort' bekommen."

Der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, findet es "sehr, sehr schade, dass Schmidt nicht mehr dabei ist". Der Entertainer sei mehrfach in der Freiburger Dienststelle gewesen und habe viele gute Fragen zum Polizeialltag gestellt. Sollte der SWR nun mit einem Ersatz um die Ecke kommen, wäre Egetemaier aber wieder mit Rat und Tat dabei. "Wir helfen gerne!" (dpa)

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