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US-Dichter

12.08.2020

Bukowski-Verleger Käsmayr: „Schreiben hat Bukowski am Leben erhalten“

Benno Käsmayr vom MaroVerlag berichtet über das Leben von Charles Bukowski.
Bild: MaroVerlag

Exklusiv Benno Käsmayr vom MaroVerlag berichtet über das Leben von Charles Bukowski. Der Dichter wäre am 16. August 100 Jahre alt geworden.

Charles Bukowski gilt als Raubein der Literatur. Doch diese Charakterisierung des US-Kultdichters, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, greift zu kurz, sagte sein Verleger Benno Käsmayr dieser Redaktion. „Hinter dem Image des Säufers und Extremschreibers verbarg sich eigentlich ein Mann, der als Autor ernst genommen werden wollte, nicht als Rabauke“, betonte Käsmayr, Besitzer des Augsburger MaroVerlags, der einen großen Anteil an der Verbreitung von Bukowskis Werk hatte . „Schreiben hat Bukowski am Leben erhalten. Er diskutierte sehr ernsthaft über Literatur und Lyrik mit anderen.“

„Hinter dem Image des Säufers verbarg sich eigentlich ein Mann, der als Autor ernst genommen werden wollte“: Verleger Benno Käsmayr (links) gibt 1978 Charles Bukowski bei einem Deutschlandbesuch Feuer.
Bild: MaroVerlag

Der MaroVerlag begann Anfang der 1970er Jahre damit, Gedichte und Prosa von Bukowski auf Deutsch herauszubringen, und trug damit hierzulande maßgeblich zur Wahrnehmung des 1920 im Rheinland geborenen US-Literaten bei. „Ich denke, er hat mit seinen Texten damals einen Nerv getroffen. Sie leben vom Aufbegehren, vom Anderssein, von einer Lebenseinstellung, die das Gegenteil ist von kleinkariert zu Hause sitzen“, sagte Käsmayr im Rückblick auf die damalige Bukowski-Welle.

Käsmayr: Bukowskis Übersetzer griff stark in dessen Werke ein

Im Interview kritisiert der Verleger den Übersetzer Carl Weissner, der Bukowski ins Deutsche übertragen hat. Weissner habe zwar „den richtigen Ton im Deutschen getroffen. Allerdings wissen wir heute, dass er schon sehr stark eingegriffen und auf den Putz gehauen hat.“ Weissner habe am Image von Bukowski „mächtig gedreht“  und sich dabei „viel Freiheit genommen“. Für Käsmayr gehört Bukowski zum Kanon der US-Literatur. „Er war ein Vielschreiber, nicht alles ist gut. Aber er war selbstkritisch genug, auch viel wegzuwerfen. Ich habe den Eindruck, es gibt jetzt wieder mehr junge Leute, die seine Bücher schätzen.“

Lesen Sie dazu auch das Interview: Bukowski-Verleger: "Wir haben abertausende Exemplare verkauft"

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