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Die vielen Gesichter des Komponisten: Wie sah Mozart aus?

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Die vielen Gesichter des Komponisten: Wie sah Mozart aus?

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    noch unbekanntes Mozart-Porträt
    noch unbekanntes Mozart-Porträt

    Aus Mozarts Kinder- und Jugendtagen existieren einige gesicherte Porträts, mit denen  man sich ein halbwegs verlässliches Bild von Mozart machen. Ebenso gibt es Bilder aus seinen letzten Lebensjahren. Für das populäre Mozartbild ist jedoch der konzentriert nach links blickende Rokokoknabe, der auf der Verpackung der süßen Mozartkugel zu finden ist, wahrscheinlich einflussreicher als jedes realistische Gemälde. So möchten die Menschen und Kugel-Konsumenten "ihren" Mozart gerne sehen: mit rosigem Teint, ordentlicher Perücke und frisch gezupft wirkenden Augenbrauen. Auch seine Knubbelnase ist auf wundersame Weise begradigt.

    Das Bild auf der Mozartkugel hat mit Mozarts tatsächlicher Erscheinung, wie sie die Zeitgenossen schildern, aber vermutlich nur wenig zu tun. Auch Mozart selbst war offenbar klar, dass er beileibe kein wunderschöner Mann war. "Meine Frau, die ein Engel von einem Weibe ist, und ich, der ein Muster von einem Ehemann bin, küssen beide Euer Gnaden 1000mal die Hände und sind ewig dero getreue Vasallen. Mozart magnus, corpore parvus", unterschriebt Mozart einen Brief an die Baronin Waldstätten vom 2. Oktober 1782. Die lateinische Schlussformel heißt übersetzt: Der große Mozart in einem unscheinbaren Körper.

    Mozart war vermutlich etwa 1,55 bis 1,60 Meter groß. Sein Gesicht war seit einer lebensbedrohlichen Blattern-Erkrankung im Jahr 1767 von Narben entstellt. Er hatte laut den Überlieferungen eine große Nase und war stets von großer motorischer Unruhe getrieben, die vielen seiner Zeitgenossen auf die Nerven ging. Gelegentlich soll er auch melancholische Züge gezeigt haben - vielleicht auch, weil er in seiner Wiener Zeit häufig unter Zahn-, Kopf- und Gliederschmerzen litt. "Er war klein, rasch, beweglich und blöden Auges, eine unansehnliche Figur in grauem Überrock." So beschreibt ihn der Berliner Romantiker Ludwig Tieck in seinen Erinnerungen an ein Zusammentreffen mit Mozart im Jahr 1789.

    Dass es in gesellschaftlichen Dingen aber nicht nur auf körperliche Schönheit ankommt, wusste Wolfgangs Vater Leopold. Er legte deshalb von Anfang an größten Wert auf ein makelloses Auftreten seiner Wunderkinder an den Höfen Europas. Die Familie gehörte zur Untertanenschicht in der feudalen Hofgesellschaft. Musiker waren  nicht besonders angesehen, an der Salzburger Tafel saßen nur die Köche noch weiter vom Fürstbischof entfernt. Durch den überwältigenden Erfolg der Wunderkindjahre verwöhnt, fühlte sich Mozart alerdings seiner sozialen Herkunft entrückt. Schließlich hatte ihm die Kaiserin Maria Theresia die alten Paradekleider ihrer Kinder geschenkt, mit denen er später ungeheuren Eindruck machte. Beim Besuch der päpstlichen Messe in Rom wurde der ausstaffierte Wolfgang wegen seiner prächtigen Kleidung und des selbstbewussten Auftretens gar für einen Spross des Hochadels gehalten und gelangte bis in die unmittelbare Nähe des Papstes.

    Für neue Diskussionen um sein Aussehen sorgt jetzt ein Mozart-Bild (), das jüngst in Berlin entdeckt wurde. Die Berliner Gemäldegalerie ist überzeugt davon, dass der München Maler Johann Georg Erdlinger den Komponisten Mozart im Jahr 1770 auf Öl festhielt - sichtlich aufgedunsen, mit sprödem Grauhaar auf dem Kopf und einem amüsierten Lächeln. Um die Echtheit des Bildes ist unterdessen ein Streit unter Fachleuten entbrannt. 

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