Sage noch mal einer, Bücher seien altmodisch. Elektronische Lesegeräte sind auf dem Vormarsch, das zeigt auch die Internationale Buchmesse, die gestern in Frankfurt eröffnet wurde. Mit modernster Technik wird heute gearbeitet, um gedruckte Inhalte an den Mann und mittlerweile auch an das Kind zu bringen. Ting, Tiptoi oder AnyBook heißen die Lesestifte, die etwas größer sind als ein Schulfüller und Bilderbücher, Kinderlexika oder Erstlesebücher zum Klingen bringen.
Lebendige Bilderbücher
Optische Sensoren und ein kleiner Lautsprecher machen es möglich, dass die Badezimmerszene eines Bilderbuches lebendig wird. Da quietscht das Badeentchen und das Wasser plätschert in die Badewanne. „So viel Schaum“, freut sich ein kleines Mädchen, und wer will, kann diesen Ausruf auch noch auf Englisch hören. Um dies alles zu aktivieren, tippt man verschiedene Symbole auf den Buchseiten an, und schon ertönen kleine Geschichten, Alltagsgeräusche, Musik oder Wissenswertes passend zum Bild.
Seit Frühjahr dieses Jahres gibt es den Ting der Augsburger Druckerei Himmer, der sich für die Bücher verschiedener Verlage nutzen lässt. Mit im Boot sind auch Schulbuchverlage; das deutet darauf hin, dass die Lesestifte nicht nur als Spaßelement im Kinderzimmer verstanden werden, sondern auch der Wissensvermittlung und Lesehilfe dienen können. Und dass der Stift nicht reiner Kinderkram ist, zeigt ein Buch, das seit Jahren vorwiegend an Erwachsene verkauft wird: ein Vogelbestimmungsbuch, das – dem Lesestift sei Dank – das Waldkonzert von Drossel, Fink und Star auch ins Wohnzimmer bringt.