Das Prado-Museum in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Entdeckung einer zweiten Version der weltberühmten Mona Lisa verkündet.
Es veröffentlichte am Mittwoch Fotos eines in seinen Beständen aufgetauchten Gemäldes, das die geheimnisvoll lächelnde Dame von Weltruhm mit deutlich jüngerer Ausstrahlung zeigt. Auf den Bildern ist das Kunstwerk sowohl vor als auch nach seiner Restaurierung zu sehen. Experten entfernten den Angaben zufolge eine schwarze Hintergrundfarbe und brachten dadurch eine Naturlandschaft zum Vorschein, wie sie auch die im Pariser Louvre ausgestellte Mona Lisa umrahmt.
Die zweite Mona Lisa hat wohl ein Schüler Da Vincis gemalt
Die britische Kunstzeitschrift "Art Newspaper" hatte zuvor von dem Fund in Madrid berichtet.
Der Maler sei wahrscheinlich Francesco Melzi, der zu den bedeutendsten Schülern Da Vincis gehörte. Die " Mona Lisa des Prado", wie das Gemälde genannt worden sei, habe man bislang der flämischen Schule zugeordnet gehabt. Bei der Restaurierung sei festgestellt worden, dass dies ein Irrtum gewesen sei. Die Kopie habe fast dieselben Maße wie das Original der "Mona Lisa" und sei ebenfalls Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden. Mit Hilfe von Infrarotstrahlen sei festgestellt worden, dass der Maler bei seiner Arbeit an dem Bild dieselben Korrekturen vorgenommen habe wie Da Vinci am Original. Dies zeige, dass beide Werke simultan entstanden seien.
Die neue Mona Lisa soll sogar in Da Vincis Atelier entstanden sein
Das Kunstwerk soll dem Bericht zufolge sogar in Da Vincis Atelier entstanden sein und könnte für weitere Forschungsarbeiten zentrale Bedeutung haben. "Diese sensationelle Entdeckung wird unser Verständnis des berühmtesten Gemäldes der Welt verändern", schrieb die Zeitschrift. Das Prado-Museum selbst will schon bald weitere Einzelheiten zu seinem Fund bekanntgeben. Das Bild soll am 21. Februar offiziell vorgestellt werden.
Die "Mona Lisa" von Da Vinci befindet sich im Louvre in Paris. Sie heißt im italienischen Original "La Gioconda" (die Heitere) und wurde nach der Florentinerin Lisa del Giocondo benannt. AZ, dpa, afp