Mit dem bisherigen Schaffen des Regisseurs und beliebten Komödianten hat Leander Haußmanns Werk nämlich keine Schnittstellen.
Bully macht sich über den Führer lustig
Ende der 1930er Jahre ist das ehemalige Moskauer Luxus-Hotel Lux nur noch ein Schatten seiner selbst. Hier versammeln sich die Kommunisten, die in ihrer Heimat verfolgt werden. Sie ahnen nicht, dass sie vom Regen in die Traufe kommen, denn Stalins Paranoia sorgt dafür, dass immer mehr Hotelgäste unter nichtigen Vorwänden abgeholt werden und nie zurückkehren. In dieses Durchgangslager des Todes verschlägt es den deutschen Entertainer Hans Zeisig (Bully), der sich über den Führer lustig gemacht hat.
Der Geheimdienst vor Ort verwechselt Zeisig prompt mit einem Gast, auf den man schon wartet: Hitlers in Ungnade gefallenen Astrologen Hansen. Als der Parodist den Irrtum bemerkt, ergreift er seine Überlebenschance. Mit Hingabe gibt er den Sternendeuter und avanciert zum persönlichen Ratgeber Stalins. „Hotel Lux“ bietet großes Kino. Die Bilderwelten erinnern an die Werke des Jean-Pierre Jeunet („Delicatessen“) und Bully überzeugt auf der ganzen Linie.