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Igor Strawinskys "Feuervogel" wird 100

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Igor Strawinskys "Feuervogel" wird 100

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    Igor Strawinskys «Feuervogel» wird 100
    Igor Strawinskys «Feuervogel» wird 100 Foto: DPA

    Der dramatische und lebhafte Rhythmus des "L'oiseau de feu" machte Strawinsky, der zur Weltpremiere erstmals in der französischen Hauptstadt weilte, über Nacht berühmt und zum Ballettkomponisten par excellence. Seit dem Sensationserfolg vor 100 Jahren gehört das Ballett zum Standardrepertoire der großen Theater weltweit und ist eines der beliebtesten Werke.

    Die Musik ist so meisterhaft komponiert, dass man sich die Geschichte, die auf einem russischen Volksmärchen beruht, fast schon bildhaft vorstellen kann. Der Auftritt des Feuervogels beginnt mit mysteriösen, sanften Klängen, Paukenschläge und Trommelwirbel folgen und verkünden die Gefangenschaft des Zaubervogels. Diese werden von sehnsüchtigen, lyrischen und feierlichen Klängen abgelöst, als der Adlige Iwan den Vogel frei lässt und dieser ihm zum Dank eine magische Feder schenkt.

    Die Entstehungsgeschichte des Stücks gleicht selber einem Märchen: Eigentlich wollte Sergej Djaghilew die Musik für das neue Stück seiner 1909 gegründeten Balletttruppe "Ballets Russes" von Anatol Liadow schreiben lassen, seinem Harmonielehrer. Doch der Komponist musste aus zeitlichen Gründen absagen. Djaghilew beauftragte daraufhin den jungen Strawinsky, der bereits die Musik mehrerer seiner Ballettstücke geschrieben hatte. Eine einzigartige Chance, in der französischen Hauptstadt, der Stadt der Kunst und Kultur, bekannt zu werden.

    Wie Strawinsky Jahre später schrieb, hat sich Djaghilew, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, nie richtig zu dem Erfolg seiner Komposition geäußert. "Was wollen Sie, Sie mussten ja wohl mit irgendetwas anfangen", antwortete der Impresario auf Strawinskys Frage, was er denn eigentlich vom "Feuervogel" halte.

    Mehr Begeisterung zeigte der französische Kritiker Brussel, als Strawinsky in einer Runde von Freunden, zu denen auch Djaghilew gehörte, die fertig komponierte "Feuervogel"-Musik vortrug: "Am Ende der ersten Szene war ich überwältigt. Am Ende der letzten von Bewunderung hingerissen. Das Manuskript auf dem Musikpult, über und über mit feinem Bleistift beschrieben, enthüllte ein Meisterwerk."

    Für die Tänzer war die schillernde und komplizierte Musik eine technische und körperliche Herausforderung und tänzerisches Neuland. Die weltberühmte Primaballerina Anna Pawlowa lehnte die Solorolle sogar mit der Begründung ab, dass sie nicht zu einem solchem Unsinn tanze. Statt ihrer erklärte sich Tamara Karsawina bereit, eine junge Tänzerin, die dank des "Feuervogels" eine brillante Karriere machen sollte.

    In ihren Erinnerungen schrieb sie über ihre Arbeit mit Strawinsky: "Es war ein tränenreiches Lernen. Für jemanden wie mich, der nur auf leicht erkennbare Rhythmen und einfachen fassliche Melodien erzogen worden war, gab es Schwierigkeiten, das kompositorische Muster zu verfolgen. Strawinsky zeigte Güte und Geduld. Er spielte wieder und wieder einige Passagen für mich. Da war keine Ungeduld über mein langsames Verstehen. Wie interessant war es, ihn am Klavier zu beobachten: Sein Körper schien im Rhythmus seiner eigenen Musik zu vibrieren."

    Und der Erfolg der Musik Strawinskys hält bis heute an: Disneys Zeichentrickfilm "Fantasia 2000" verwendet zahlreiche klassische Musikstücke - und kommt auch um Strawinskys "Feuervogel" nicht herum.

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