Seine "Lebensrolle" jedoch ist der "Kontrabass" von Patrick Süskind. Hunderte Male stand der Österreicher schon in dem Ein-Personen-Stück auf der Bühne, nachdem er bereits in dessen Uraufführung 1981 mitgewirkt hatte. "Ein Stück ein ganzes Leben lang zu spielen, wie früher die Schauspieler der Commedia dell'Arte ihre Rollen, das empfinde ich als Glück", hat Paryla einmal gesagt. An diesem Donnerstag (19. November) wird der Schauspieler und Regisseur mit dem wirren Haarkranz 70 Jahre alt.
Auch auf der Leinwand hat sich Paryla einen Namen gemacht, so wirkte er etwa in Christian Müllers bitterböser Satire "Kehraus" (1983) an der Seite von Gerhard Polt mit, ebenso wie in Michael Hanekes Kafka-Verfilmung "Das Schloss" (1997) und in Nico Hofmanns Thriller "Solo für Klarinette" (1998) an der Seite von Götz George. Seine Leidenschaft gilt jedoch dem Theater, wo er oft in Stücken mit volkstheaterhaftem Einschlag zu erleben ist. "Es hat sich so ergeben, dass ich mich unbewusst fürs Theater entschieden habe", erzählte der Charaktermime kürzlich in einem Interview.
Paryla kam 1939 in Zürich in einer Künstlerfamilie zur Welt, und auch sein jüngerer Bruder Stephan Paryla-Raky hat es als Schauspieler und Regisseur zu Ruhm gebracht. Seine aus Wien stammenden Eltern spielten als Emigranten am Züricher Schauspielhaus. "Tolle Leute waren dort. Alle guten Schauspieler, die noch nicht emigriert waren oder vergast wurden, spielten in Zürich, vereint im Antifaschismus", erinnerte er sich später.
Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst des Wiener Max-Reinhardt-Seminars. 1958 erhielt er im Hans-Otto-Theater sein erstes Engagement. Auch im Ausland hat sich Nikolaus Paryla durch umfangreiche Tourneen einen Namen gemacht. Als seine großen Vorbilder nennt er - neben seinen Eltern - Charlie Chaplin, Vittorio de Sica und Anna Magnani.