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Neue Nationalgalerie
28.04.2021

Die Kunst-„Tankstelle“: Neue Nationalgalerie in Berlin ist saniert

Für 140 Millionen Euro generalsaniert: die Neue Nationalgalerie, Berlins Mies-van-der-Rohe-Architektur-Ikone.
Foto: Magdalena Tröndle, dpa

Für 140 Millionen Euro wurde der Mies-van-der-Rohe-Bau in Berlin saniert. Die Sammlung umfasst auch Ikonen europäischer und nordamerikanischer Kunst.

Auf dem Weg, große internationale und große deutsche Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts umfassend, sicher und publikumsfreundlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind die Staatlichen Museen Berlins einen Schritt weiter: Heute findet am Kulturforum der Stadt, wo auch die Gemäldegalerie, das Kunstgewerbemuseum und Kupferstichkabinett sowie die Philharmonie beheimatet sind, die Schlüsselübergabe für die frisch sanierte Neue Nationalgalerie statt – also für jenen 1968 eröffneten, mittlerweile denkmalgeschützten Mies-van-der-Rohe-Bau, dessen Sammlung auch Ikonen europäischer und nordamerikanischer Kunst umfasst, wie etwa Ernst Ludwig Kirchners Großformat „Potsdamer Platz“.

Fünf Jahr lang wurde die Neue Nationalgalerie in Berlin saniert

Das Architekturbüro David Chipperfield, spezialisiert auf Kulturbauten, hat die rund fünfjährige Sanierung der Neuen Nationalgalerie verantwortet – nach seiner Generalüberholung des Neuen Museums sowie der Verwirklichung der neuen James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel. Für 140 Millionen Euro wurden an dem eleganten, gläsernen, quadratischen, flachen Nationalgalerie-Bau insbesondere die Gebäudehülle und der Betonrohbau saniert, dazu Brandschutz und Haustechnik mit Klimatisierung und Beleuchtung erneuert. Chipperfield, so erklärte er jüngst in einem Interview, hat seine Hauptaufgabe einerseits im Schutz des Vermächtnisses von Mies van der Rohe gesehen, andererseits in der Realisierung verbesserter Museumstechnik. Es sei darum gegangen, zwischen Denkmalpflege und Museumsinteressen zu vermitteln.

Die Berliner nennen das Gebäude schnoddrig „Tankstelle“

Die Mitte der 60er Jahre von dem ehemaligen kurzzeitigen Bauhaus-Direktor Mies van der Rohe rational geplante Neue Nationalgalerie, heute ein Tempel der Architektur-Moderne, wird nach der Schlüsselübergabe an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz im August wiedereröffnet – und zwar mit der aus eigenen Beständen bestückten Ausstellung „Die Kunst der Gesellschaft. 1900–1945“ sowie mit einer Schau zum US-Bildhauer Alexander Calder, der mit seinen der Schwerkraft entgegenwirkenden Arbeiten wie angegossen erscheint für die Eleganz der Neuen Nationalgalerie.

Schnoddrig nennen die Berliner die Neue Nationalgalerie auch ihre „Tankstelle“ – eine „Tankstelle“ jedoch mit Ausstellungsräumen auch im Untergeschoss, die umso wichtiger sind, als die oberirdische gläserne Hülle so schwer bespielbar ist.

Nebenan im Übrigen entsteht zurzeit, was die Berliner die „Kulturscheune“ nennen, das „Museum des 20. Jahrhunderts“ der Architekten Herzog & de Meuron – heftig diskutiert auch aufgrund der im Vorfeld stark gestiegenen Kosten. Staatsministerin Monika Grütters sprach 2019 von 450 Millionen Euro für 16.000 Quadratmeter Nutzfläche; genehmigt sind vom Bundestag bislang 364 Millionen. Der Bau, der unterirdisch verbunden sein wird mit der Neuen Nationalgalerie, ist insofern notwendig, als ein Gutteil der Berliner Sammlung „Kunst des 20. Jahrhunderts“ mangels Fläche nicht gezeigt werden kann. Dazu kommen Zugewinne an Privatsammlungen sowie – jüngst – dauerhafte Leihgaben Gerhard Richters.

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