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Siegfried Lenz stellt Novelle "Landesbühne" vor

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Siegfried Lenz stellt Novelle "Landesbühne" vor

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    Siegfried Lenz stellt Novelle «Landesbühne» vor
    Siegfried Lenz stellt Novelle «Landesbühne» vor Foto: DPA

    "Sie ist eine Einladung an den Leser, seine eigene Situation und Umwelt zu vergleichen. Entweder, er fühlt sich bestätigt - oder er weist für sich selbst dann etwas zurück", sagte der Autor bei der Vorstellung seines neuen Buchs "Landesbühne" am Mittwochabend in Hamburg. Beim "Harbour Front"-Literaturfestival sprach Lenz vor rund 800 Besuchern im Cruise Terminal im Hafen der Hansestadt mit seinem Verleger Günter Berg (Hoffmann und Campe). In der Schelmen-Novelle, die am 23. September auf den Markt kommt, thematisiert Lenz wie in früheren Werken auch Literatur und Theater.

    In Hamburg las der Schauspieler Konstantin Graudus einen Auszug aus "Landesbühne", Volker Lechtenbrink trug aus Lenz' Erzählung "Das Feuerschiff" von 1960 vor. Bereits zu Beginn des Abends war "der erfolgreichste Schriftsteller seiner Generation", wie Berg ihn nannte, vom Publikum stehend mit starkem Beifall begrüßt worden. Nach einer Wirbelsäulenoperation beim Gehen auf einen Stock gestützt, sprach Lenz dann mit charakteristisch leiser und sanfter, aber fester Stimme - und hatte auch seinen verschmitzten Humor nicht verloren. "Du siehst gut aus", sagte Berg. "Der Schein trügt", antwortete trocken der 83-jährige geborene Ostpreuße, der wie Grass oder Böll die Nachkriegsliteratur mitprägte ("Deutschstunde", 1968).

    Mehrfach betonte Lenz die Bedeutung von Literatur: "Was Menschen seit 2000 Jahren erfahren haben, ist in ihr enthalten", sagte er und verwies etwa auf die "unvorstellbare, einzigartige Liebe und Großherzigkeit", auf die man in Dostojewskis Roman "Der Idiot" (1868) treffe. Seine eigenen Themen wähle er aus "Zuneigung", erklärte der Autor. Die groteske, hintergründig humorvolle Novelle "Landesbühne" spielt wie so oft bei ihm in der norddeutschen Provinz - in einer Kleinstadt und im Gefängnis: Strafgefangene sehen ein Theaterstück, fliehen im Bus der Schauspieltruppe und bereichern anschließend das Kulturleben des fiktiven Grünau. "Vielfalt und Welthaltigkeit" fänden sich eben an jedem Ort der Erde, sagte Lenz.

    "Wie in Becketts "Warten auf Godot" geht es mir dabei auch um das Warten. Verurteilt sein zum Warten ist eine der schlimmsten Herausforderungen im Leben - zumal, wenn sich das über Jahre erstreckt", meinte er. Man habe zwar seine Pläne, sei aber doch "gebunden, geknebelt, gefesselt an die Erdhaftigkeit der jeweiligen Existenz". Lenz, dem 2008 mit "Schweigeminute" ein erneuter Bestseller gelungen war, präsentiert sein aktuelles Buch am Samstag (19. September) im Haus der Berliner Festspiele.

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