Wenn James Cameron an einem Film arbeitet, hat er immer eine Klinge im Hinterkopf. Bei der Postproduktion von „Titanic“ klebte sie an seinem Computer. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verrät er, was auf der Notiz dazu stand: „Nur benutzen, falls Film scheiße.“ Diese Klinge habe er immer noch im Kopf. Der Film dürfe nicht misslingen, sagt er. Nun bringt Cameron den dritten Teil seiner Avatar-Reihe in die Kinos, „Feuer und Asche“ heißt es ab 17. Dezember in den deutschen Kinos. Für Cameron scheint es „der beste der drei Filme“ zu sein – und geichzeitig handelt es sich dabei vermutlich auch um die teuerste Produktion der Filmgeschichte.
Das macht die Produktion von Camerons Filmen so teuer und aufwendig
Schon Camerons „Titanic“ war bis dato mit 285 Millionen US-Dollar der teuerste Film aller Zeiten. Mit dem ersten Teil „Avatar: Der Aufbruch nach Pandora“ konnte er seinen eigenen Rekord übertreffen. Nun scheint Cameron auch dieses Budget zu übertreffen. Laut dem Regisseur soll die Fortsetzung der Geschichte der Na‘vi, die ihren Planeten Pandora vor der Kolonialisierung und Zerstörung der Menschen beschützen wollen, zwischen 400 und 600 Millionen Dollar kosten.
Was Camerons Filme so teuer macht, ist die Technik. Für „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ entwickelte sein Team ein innovatives „Performance Capture“-System, das mit einem Spezialanzug die Bewegungen und Mimik der Schauspieler direkt in einen Rechner überträgt und so für eine lebensechte Darstellung der Figuren sorgt. Künstliche Intelligenz kommt dabei nicht zum Einsatz. „Am dritten Teil haben 2000 Menschen sehr lange gearbeitet. Verwenden die dabei Computer? Klar. Aber man verwendet auch einen Computer, wenn man sich mit dem Auto von A nach B navigiert, und ist trotzdem selbst gefahren. ‚Avatar‘ wird von Menschen gemacht.“
Für seine Perfektion opfert er sogar Familienzeit
Dabei treibt Cameron seine Schauspieler und Mitarbeiter mit einem unhöflichen Umgangston zu Höchstleistungen und behält auch bis zum letzten Schnitt die Kontrolle über die Produktion. Diese krankhafte Perfektion kostet nicht nur Nerven und Geld, sondern vor allem Zeit. Der zweite „Avatar“-Teil ließ dreizehn Jahre auf sich warten. Sein obsessiver Arbeitsaufwand, Tag und Nacht zu arbeiten, führte dazu, dass seine Frau Suzy Amis und ihre gemeinsamen Kinder den Regisseur kaum zu Gesicht bekamen. So sagt er im Interview: „Ich glaube, die haben fast vergessen, wie ich heiße.“ Und womöglich ist das sogar der teuerste Preis seiner Arbeit.
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