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Boris Pistorius als Zenturio im neuen Asterix

Glosse

Boris Pistorius als Zenturio im neuen Asterix

Birgit Müller-Bardorff
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    Anführer einer Hundertschaft: der Zenturio Pistorius.
    Anführer einer Hundertschaft: der Zenturio Pistorius. Foto: Christof Bock, dpa

    Der große Alfred Hitchcock war ein Meister darin. In nahezu jedem seiner Filme gönnte sich der Krimi-Regisseur selbst ein kurzes Erscheinen, ob auf dem Foto einer Zeitungsseite oder als Fahrgast in einem Bus. Cameo nennt die Fachwelt diese kurzen Gastpiele Prominenter in einem Film, Comic oder Kunstwerk.

    Dick & Doof als linkische Legionäre in „Asterix“

    Auch in den „Asterix“-Bänden sind sie zu einer lieb gewonnenen Tradition geworden: Neben einem Geheimagenten Nullnullsix, der die Züge von James-Bond-Darsteller Sean Connery trägt, oder zwei linkischen Legionären, die verdächtig Stan Laurel und Oliver Hardy als Dick & Doof gleichen, haben es auch schon Jean Gabin, die Beatles und Silvio Berlusconi in die Hefte über die widerständigen Gallier geschafft. Letzterer sogar schon mehrfach, auch im seit letzter Woche vorliegenden Band „Asterix in Lusitanien“.

    Boris Pistorius ist in „Asterix in Lusitanien“ ein Zenturio

    Just in diesem findet sich aber nun ein Cameo-Auftritt, der wirklich überraschend ist: ein Zenturio, der den Namen des deutschen Verteidigungsministers Pistorius trägt. Dass die Zeichnung diesem nur entfernt ähnelt, erklärt sich daraus, dass es dieser Name nur in die deutsche Ausgabe geschafft hat. Übersetzer Klaus Jöken erklärt, er sei immer auf der Suche nach Namen, die auch auf eine Eigenschaft oder Funktion der Person hinweisen. Für einen Großteil der Original-Namen müsse er sich in der Übertragung ins Deutsche deshalb neue Namen einfallen lassen.

    Nun beteuert Jöken zwar, dass die Namensgebung kein politisches Statement sei. Mancher wird dennoch eine feine Ironie erkennen, ist doch der Zenturio, abgeleitet vom lateinischen Wort „centum“ für „hundert“, der Befehlshaber einer Hundertschaft. Ein Schelm, wer dabei an die kleine Bundeswehr denkt.

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