Das Leben ist nicht fair, auch nicht zu den Wochentagen. Der Montag kann ein Lied davon singen und nicht nur eines. Er hat das Problem, dass er nach dem völlig verklärten Sonntag kommt. Würde der Montag zum Beispiel auf einen Mittwoch folgen, er hätte nicht die Last des Wochenanfangs zu tragen, es gäbe keine Songs, in denen er geschmäht wird, er könnte ein Dasein als ganz gewöhnlicher Wochentag führen. So aber! Am härtesten aber trifft es den dritten Montag im Januar. Er gilt als der deprimierendste Tag des Jahres!
Errechnet hat das der britische Psychologe Cliff Arnall im Jahr 2005 mit einer so sagenhaft komplex wie irre anmutenden Formel. Er hantiert darin mit Variablen wie Wetter, Schuldenstand, Januargehalt, Handlungsbedarf, Motivationslevel, der Zeit, die seit Weihnachten vergangen ist, sowie dem Zeitpunkt, an dem wir unsere guten Vorsätze über den Haufen geworfen haben. Alles Humbug, wettern Wissenschaftler, zumal Arnall seine Formel als Auftragsarbeit für ein Reiseunternehmen entwickelt hat, das sich stimmungsaufhellende Umsätze am „Blue Monday“ versprach. Arnall selbst gibt sich längst reuig: Es tue ihm leid, dass er den Tag für viele Menschen noch deprimierender gemacht habe, als er ohnehin schon sei...
Der glücklichste Tag des Jahres ist übrigens der 23. Juni
Wobei: Wenn man weiß, dass der dritte Montag des Jahres der mieseste Tag des Jahres ist, fühlt sich da der dritte Dienstag nicht gleich ganz wunderbar an? Geschafft, ab jetzt geht es also aufwärts, welch fantastische Formel! Und zwar direkt bis zum 23. Juni, laut Berechnungen von Cliff Arnall der glücklichste Tag des Jahres. Das ist übrigens in diesem Jahr ein Dienstag, der Montag also wie immer leicht deprimiert.
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