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Alkohol im Urlaub: Genuss oder Risiko?

Frage der Woche

Im Urlaub schon tagsüber Alkohol trinken

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    Ein Caipirinha am Strand. Genuss oder keine so gute Idee?
    Ein Caipirinha am Strand. Genuss oder keine so gute Idee? Foto: Cacio Murilo/stock.adobe.com

    Pro: Ein Gläschen Rotwein ist der Gegenpart zur Hektik

    Natürlich erst einmal die Warnung: Alkohol ist gefährlich, ein schlimmes Zellgift, das Rauschmittel mit den meisten Süchtigen im Land. Also bitte nicht falsch verstehen. Es geht auch ohne, in jeder Lebenslage. Das am Anfang. Wer trotzdem etwas Prozenthaltiges trinkt, sollte das im Kopf behalten. Aber manchmal gibt es solche Tage, etwa im Urlaub.

    Ein Stadturlaub in Südspanien. Man streift durch die Straßen, es ist Mittagszeit, man stolpert unerwartet auf diesen Platz, die Sonne scheint, die zentrale Bar hat offen, von irgendwo herüber hört man einen Straßenmusikanten von der Liebe singen. Man will noch ins Museum, gleichzeitig gibt es gerade gar nichts zu tun und alles zu erleben, ohne dass man sich dafür bewegen muss. „Camarero, Kellner, una copa de tinto, por favor, einen Rotwein bitte“ – und dann dieses besondere Schauspiel genießen.

    Das Stimmengewirr der Menschen, diese Art, die Fiesta zu begehen. Das Leben in Südspanien findet auf der Straße und den Plätzen statt. Gerade strömen die Menschen das zweite Mal nach dem Mini-Frühstück morgens in der Bar zusammen. Jetzt gibt es Wein. Man lebt nur einmal. Es gibt so viel zu besprechen, das Stimmengewirr ist fast undurchdringlich.

    Das Museum kann warten. Das geht auch morgen noch, mañana, wie man auf Spanisch so schön sagt. Heute heißt es, den Augenblick auszuschöpfen, das süße Nichtstun, den Gegenpart zur Hektik im Beruf. Einfach nur sitzen, beobachten, zuhören. Und pst, jetzt leise und nicht für die anderen, camarero, otra copa, noch einer, auf das Leben. (rim)

    Contra: Urlaub muss man sich doch nicht schön trinken

    Da sitzt man morgens noch beim Cappuccino, schon lassen die ersten die Sektkorken knallen. Hoppla, die gehen es aber früh an. Später dann das Gläschen Weißwein auf dem Markt… Da kann die Happy Hour nicht mehr weit sein. Überall werden steigende Pegelstände an den Urlaubsorten vermeldet.

    Gar keine Frage, im Urlaub kann man loslassen, den Tag ein wenig lockerer angehen, sich was gönnen. Aber beschwingt den Tag anzugehen, heißt im Umkehrschluss nicht, morgens um 10 Uhr den ersten Aperol Spritz in der Hafenbar zu kippen – auch wenn die Wellen noch so romantisch an die Kaimauer schwappen. Was soll der Tag denn noch für schöne Überraschungen parat halten, wenn man quasi direkt nach dem Frühstück schon wieder bedüdelt ist?

    Urlaub bedeutet: endlich viel Zeit für viele schöne Dinge. Doch Höhenmeter und Hugo, Michelangelo und Margherita, Stand-up-Paddeln und Sangria vertragen sich einfach nicht. Stattdessen verprasst man kostbare Zeit mit einem Kater rechtzeitig zur Siesta. Mein schönstes Urlaubserlebnis? Der Mittagsschlaf. Wie langweilig. Das könnte man auch zu Hause haben, müsste dafür nicht unbedingt ins Auto oder ins Flugzeug steigen.

    Die gute Regel, erst ab 18 Uhr ein erstes Gläschen zu trinken, hat durchaus ihre Berechtigung. Davon könnten auch tausende in der Sonne dünstende Ballermann-Trinker berichten, wenn sie sich noch daran erinnern könnten. Wir vertragen den Alkohol in der Hitze des Tages einfach schlechter.

    Natürlich ist es immer irgendwo auf der Welt nach 18 Uhr. Aber ein kühler Weißwein am Abend oder ein Aperitif zum Sonnenuntergang fühlt sich irgendwie besser an. Urlaub muss man sich doch nicht schön trinken. (mai)

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