Nachdem er sich ausgesperrt hat, sitzt Viktor auf dem Dach eines Berliner Hochhauses und sieht auf einmal klar: „Von hier oben ist die Welt viel übersichtlicher.“ Auch sein bisheriges Leben: immer in Angst um seinen Vater, der sich mit Fallschirm- und Wingsuitsprigen in Gefahr begibt; unter der Obhut einer Mutter, die ihn vor allem bewahren möchte; im Zwiespalt zwischen seinen Eltern, die sich getrennt haben; in einer neuen Schule ohne den besten Freund. Mit Weitblick und ohne Selbstmitleid erkennt der Junge, dass er nun selbst der Herr seines Lebens und seiner Gefühle sein will, dass er sich aus Fängen und von Zwängen befreien muss.
Salah Naouras „Der Junge, der auf ein Haus stieg“ ist eine Geschichte über Selbstbehauptung
Ganz unsentimental und mit einer feinen, schnörkellosen Sprache erzählt Salah Naoura eine Geschichte von Selbstbehauptung, die ans Herz geht. Zum Teil sind es absurde Szenen, die sich abspielen (wenn Viktor vor dem Fenster eines schönen Mädchens steht, das gerade die Balkonszene von „Romeo und Julia“ probt) und bringen erstaunliche Zufälle alles ins Lot, aber Naourah verwebt die Handlung grandios zu einer authentischen und dichten Erzählung.
Salah Naoura: Der Junge, der auf ein Haus stieg. Beltz &Gelberg, 112 Seiten, 13 Euro -ab 10
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