Wenn Kinder langsam erwachsen werden, kommt es vor, dass sie plötzlich alles besser wissen. Eltern kennen das und müssen lernen, auch damit umzugehen. Was manchmal gar nicht so leicht ist, weil man ja weiterhin das Geld verdient, die Einkäufe erledigt, das Essen auf den Tisch stellt, kurzum, dieses ganze Kinderleben am Laufen hält, während sie einem munter widersprechen. Erfahrungen aus diesem Zeitraum des Heranwachsens helfen allen Beteiligten, sich auf den Moment des Auszugs vorzubereiten.
Gericht in Ravenna urteilt gegen unterhaltsfordernden Sohn
Was passieren kann, wenn dieser Moment verpasst wird, lässt sich in Gerichtsprotokollen aus Ravenna nachlesen. „Er putzt nicht, er hat eine Arbeit, aber er zahlt keine Rechnungen“, warf eine Mutter ihrem 31-jährigen Sohn vor. Sie war vor Gericht gezogen, weil er immer noch bei ihr im Haus lebte und seine Mutter in den Wahnsinn trieb. Während des Verfahrens kündigte der Sohn dann auch noch seine Anstellung als Kellner und wollte damit bezwecken, dass seine Mutter wieder unterhaltspflichtig für ihn wird. Doch das Gericht machte da einen dicken Strich durch die Rechnung. Mit 31 Jahren müsse davon ausgegangen werden, dass er grundsätzlich sein eigenes Leben führen könne und voll erwerbsfähig sei. Dieser Fall reiht sich ja ein. Vor zweieinhalb Jahren klagte eine 75-jährige Italienerin ihre Söhne in den 40er Jahren aus der Wohnung.
Kroatische Kinder wohnen besonders lange bei den Eltern
Und nun ein paar Preisfragen: Wo ziehen die Kinder am schnellsten in die eigenen vier Wände? Antwort: Finnland (mit durchschnittlich 21,4 Jahren). Wo bleibt man am längsten im Elternhaus in Europa? Antwort: Kroatien mit im Schnitt 31,3 Jahren. Wer sind die größeren Nesthocker in Europa, die Töchter oder die Söhne? Antwort siehe Italien: die Söhne.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren