„Life is live, na na na na na“ – jeder kennt den Hit aus den 80er Jahren. Das Lied der österreichischen Band Opus soll eine Liebeserklärung sein, vom Musiker an das Leben und Performen auf der Bühne, an die Nähe zum Publikum. Genau das, was ein Live-Konzert eben ausmacht. Doch in Zeiten von Social Media hat „live“ eine ganz neue Bedeutung bekommen. Kaum erklingen die ersten Gitarrenriffs, schnellen dutzende Smartphones in die Höhe – es wird gefilmt, gepostet und posiert, bis ebenjene Konzertmagie und Intimität verblasst. „Live“ ist nicht der Mensch, sondern das Handy in der Hand.
Die Show spielt sich nicht mehr nur auf der Bühne ab, sondern auf unzähligen sechs-Zoll-Bildschirmen. Doch langsam regt sich Widerstand. Immer mehr Künstler – von Bob Dylan über Rapperin RIN bis zur schwedischen Metalband Ghost – wollen nicht mehr in ein Meer aus Smartphones blicken und verbieten das Dauerfilmen. Die Nähe zum Publikum, sie soll zurückkommen. Der Beginn einer neuen, alten Konzertkultur?
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