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KI-Videos: Will ich da noch mitmachen?

Pro und Contra

KI-Videos in sozialen Medien posten? „Weil es lustig ist“ reicht als Rechtfertigung nicht aus.

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    Dass Katzen E-Gitarre spielen, KI macht es schnell möglich.
    Dass Katzen E-Gitarre spielen, KI macht es schnell möglich. Foto: adobe

    Pro: Die Möglichkeiten der KI-Videos spielerisch entdecken

    Irrwitzige Bilder bringen das Internet zum Beben: Knallbunte Videos von Katzen, die Motorrad fahren. Ein Jesus, geschaffen aus Garnelen. Babys, die mit schlagfertigen Sprüchen Situationen kommentieren. Oder man beamt sich gleich selbst auf die Bühne, zu einem Auftritt neben Taylor Swift. Der Kreativität sind beim Erstellen KI-generierter Videos keine Grenzen gesetzt. Ohne kostspieliges Equipment oder spezielles Know-how können originelle Inhalte in kürzester Zeit umgesetzt werden, die in der realen Welt nicht filmbar wären. Wenig Input, viel Output. Heute kann jedermann Fantasiewelten, historische Szenen oder abstrakte Ideen in großartigen Videos erschaffen. Warum will man da eigentlich nicht dabei sein? Mitmachen, sich auskennen, großartigen Spaß haben, und mit lustigen Impulsen Klicks und ein wenig mehr Aufmerksamkeit sammeln?

    Wer sich mit den Möglichkeiten von KI beschäftigt, geht mit der Zeit. Und wer sich vielleicht auch mal spielerisch damit auseinandersetzt, lernt. Unter anderem übrigens auch, wie sich Fake-Videos von echten unterscheiden. Man schärft seine Kompetenz, anstatt seine Augen davor zu verschließen und auszusteigen.

    Aber ja, die KI entwickelt sich rasant, und die von ihr hervorgebrachten Produkte sind oft fragwürdig. Dennoch ist sie ein intelligentes Werkzeug, für dessen Nutzung wir Verantwortung tragen – beim Erstellen, Teilen und Konsumieren. Der Umgang mit Informationen verändert sich, und Inhalte müssen stärker hinterfragt werden. Der Gewinn ist trotzdem nicht wegzudenken: Es entsteht ein neues Genre digitaler Interaktion, was unsere Welt erweitert. Warum also nicht mit Spaß daran teilhaben? (Leni Fuhl)

    Contra: Durch KI-generierte Inhalte verlieren wir den Bezug zur Realität

    KI-generierte Inhalte verpesten das Internet. Eigenartig, das über den digitalen Ort zu sagen, der in den vergangenen Jahren teils zur Jauchegrube aus Hass, Diskriminierung und Lügen verkommen ist. Aber die Texte, Bilder und Videos, die durch ChatGPT, Banana Pro, Grok – oder wie sie alle heißen – erstellt werden, machen alles schlimmer.

    Viele KI-generierte Inhalte sind kompromisslos schlecht. Etwa die pornografischen Deepfakes von Grok, der KI von X, von denen nicht nur zahllose Frauen, sondern sogar Kinder betroffen sind. Oder erfundene Inhalte auf Facebook, TikTok und Instagram über Wahlmanipulation, angebliche Politikerzitate oder Proteste – gemacht, um die Gesellschaft weiter zu spalten.

    Aber auch die scheinbar harmlosen Inhalte haben fatale Auswirkungen. Sie zerstören auch den letzten Rest von Menschlichkeit und Realität, der auf den Plattformen noch übrig ist. Warum muss man Videos von frechen Kleinkindern generieren – oder den Einsturz eines Hochhauses? Warum simuliert man in KI-Chats echte Menschen? Warum künstliche Landschaften, Städte, Tiere, Körper und Gesichter? „Weil es lustig ist“ reicht als Rechtfertigung nicht aus.

    Mit solchen Videos wird das Abbild einer Welt geschaffen, die so nicht existiert, an der wir uns aber messen und orientieren. Dreijährige Kinder müssen nicht schlagfertig sein. Es ist eine absolute Ausnahme, dass ein Hochhaus einstürzt. Durchschnittliche Frauen und Männer sehen nicht aus wie Topmodels.

    Kinder können die Unterschiede nicht erkennen, ältere Menschen oft ebenso wenig. Ja, sogar die Gen Z, die im Digitalen aufgewachsen ist, weiß oft nicht mehr, was real und was generiert ist. Die Schwarmintelligenz in den Kommentaren ersetzt nur teilweise die Eigenrecherche. Vieles bleibt unerkannt. Deshalb muss das Problem an der Wurzel angepackt werden. Von uns allen. Niemand sollte KI-generierte Inhalte posten, die unsere echte Welt betreffen. (Sarah Schöniger)

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