Kaum etwas beschäftigt den modernen Menschen so sehr, wie die Arbeit am eigenen Körper. Schließlich, so predigen die Fitness-Gurus auf Social Media, geht beim Training immer mehr, mehr Muskeln, mehr Eiweiß, mehr Protein; „bigger is better“. Nirgendwo zeigt sich dieses „Mindset“ geballter als im Fitnessstudio, wo Körper wie Maschinen poliert, gestählt und präsentiert werden. Und genau in diese Welt der Selbstoptimierer rutscht die namenlose Hauptfigur im neuen Roman von Verena Keßler. Dass Keßler zeitgenössische Themen präzise seziert und thematisiert, ist nicht neu. Mit „Eva“ lieferte sie bereits 2023 ein nuanciertes Porträt über Mutterschaft und Klimakrise. Jetzt erzählt sie in „Gym“ eine herrlich überdrehte Geschichte über Erfolgswahn und Leistungsdruck, die auf jegliche Art und Weise reinhaut.
Buchkritik
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