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Pro und Contra Pizza Hawaii: Delikatesse oder Zumutung?

Frage der Woche

Pizza Hawaii - Zumutung oder Delikatesse?

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    Kann man das essen? Die Pizza Hawaii spaltet die Gesellschaft.
    Kann man das essen? Die Pizza Hawaii spaltet die Gesellschaft. Foto: picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

    Pro: Mut zur Ananas und Offenheit beim Pizzabelag

    Melone mit Prosciutto, Datteln im Speckmantel, Wassermelone-Feta Salat – alles beliebte, fruchtig, salzige Gerichte, aber bei der Pizza Hawaii ist Schluss? Bei dieser Argumentation hapert es an allen Ecken und Enden.

    Für eine „Terrine von marmorierter Gänsestopfleber mit gesalzenem Karamell und Portwein“ zahlt man in einem Sterne-Restaurant 158 Euro, aber wer Ananas auf seine Pizza möchte, ist verrückt? Die Gourmet-Küche versucht sich an den wahnwitzigsten Kreationen, aber die Pizza Hawaii ist immer noch ein Aufreger.

    Nicht falsch verstehen: Das hier ist kein Plädoyer gegen Kreativität in der Küche, sondern für mehr Offenheit beim Pizzabelag. Egal, ob Kebab-Fleisch, Pommes oder Ananas auf der Pizza, es ist zumindest mal etwas anderes. Jeder kennt und liebt die klassische Pizza Margherita, aber hat man sich daran nicht auch irgendwann satt gegessen? Ab und zu sollte man doch aus seiner Komfortzone herauskommen und über den Tellerrand hinausschauen, und wer weiß, vielleicht liegt dort etwas Ananas.

    Es kann doch auch beides geben: Den klassischen Italiener mit immer den gleichen fünf Pizzen, und für die Mutigen und Offenen einige Restaurants, wo sie ohne Scham eine Pizza Hawaii bestellen können. Es geht selbstverständlich nicht darum, die traditionsreiche, ausgezeichnete italienische Küche zu verjagen, sondern nur darum, sie etwas zu erweitern.

    Es ist auch schon Trend geworden, sich lautstark zum Thema „Pizza Hawaii“ zu positionieren, aber mal ganz ehrlich: Wer hat sie wirklich probiert und festgestellt, es schmecke nicht. Ananas auf der Pizza erhitzt die Gemüter und spaltet die Gesellschaft. Wer etwas zu Einigkeit beitragen will, sollte dem verrückten Belag eine Chance geben. (Amina-Sophie Pauler)

    Contra: Mit jeder Pizza Hawaii verzichtet man auf eine bessere

    Guten Tag, hier ist die Geschmackspolizei! Ja, um Himmels willen, was haben Sie denn da auf Ihrer Pizza? Ist das etwa eine Ananas? Nein, liebe Freundinnen und Freunde der Pizza Hawaii, jetzt mal bitte den Analogkäse auf dem Fertigfladen lassen: So weit wird es nicht kommen, dass man die Teig-Schlonz-Schinken-Dosenobst-Kombination verbietet. Auch wenn es ein isländischer Präsident gerne gemacht hätte, wie er einmal einer Gruppe Schüler gestand, das Ganze auch bekannt als Pizza-Pineapple-Gate, weil in der Folge die Schinken-Ananas-Aktivisten ein bisschen am Rad drehten. Ist ja auch ein wirklich wichtiges Thema!

    Mag also jeder die Pizza essen, wie er mag. Und man kann ja den Teig ja mit noch so viel mehr beladen und belasten, Pommes und Würstel bekannt als Pizza Würstel e Patatine zum Beispiel, oder wie wäre es mit Thunfisch und Litschi? Bestimmt interessant, könnte man auch mal versuchen! So wie 1962 Sam Panopoulos in seinem kanadischen Restaurant ja auch einfach mal Schinken, Speck und Ananas auf den Teig warf, „nur zum Spaß, um zu sehen, wie es schmeckt“. Die Gäste fanden die per se gewagte Kombination aus Dosenobst und gepökelten Schwein dann auch erst einmal schrecklich.

    Was einem aber klar sein muss: Mit jedem Bissen einer durchsuppten, glitschigen Pizza Hawaii verzichtet man – nämlich auf die bessere Pizza. Eine mit fluffigem Teigrand wie die neapolitanische Pizza zum Beispiel, in der Mitte aber dann dünn, belegt nur mit ein paar, aber dafür guten Zutaten: Tomaten, Mozzarella, Basilikum, ein bisschen bestes Olivenöl. Man verzichtet also auf Genuss, fällt auf den billigsten Trick der Geschmacksindustrie herein: Mit Salz und Zucker den Gaumen zu betäuben! (Stefanie Wirsching)

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