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Touristen stürmen den Alpenort St. Magdalena - doch das Dorf wehrt isch

Glosse

Das ist doch der Gipfel! Touristen stürmen Alpenort St. Magdalena

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    Die Kirche von St. Magdalena vor den Geislerspitzen.
    Die Kirche von St. Magdalena vor den Geislerspitzen. Foto: Christoph Sator, dpa

    Ist das der Gipfel? Wer jetzt noch glaubt, dass sich in der Einsamkeit der Berge nur Gämse und Gamsbartträger, nur Murmeltiere und der Messner Reinhold tummeln – der irrt. Die Alpen ächzen unter der Last der Menschheit: Hobbytiroler aus Berlin-Wilmersdorf, die in Birkenstocks an der Steilwand kleben. Selfie-Schützen, die in Schluchten linsen. Instagram-Influencer und jene Jünger, die ihnen folgen im Reisebus-Korso. Unter diesem Sturm auf die Gipfel leidet auch der Ort St. Magdalena in Südtirol.

    St. Magdalena erlebt auch dank Chinas Instagram diesen Ansturm

    Ein paar Kühe, ein paar Gutshöfe und inmitten eine Kirche, hinter der sich die Dolomiten in den Himmel strecken: St. Magdalena. Doch Massen überrollen die Gemeinde, seit sie als Schönheitskönigin gilt: Geo krönte sie zum „schönsten Ort von Südtirol“; selbst auf „Xiaohongshu“, Chinas Instagram, wird ihr Panorama verehrt. So verstopfen Tagestouristen nun alle Gassen, Tiktok-Teenies kämpfen mit Whatsapp-Status-Muttis um den besten Blickwinkel. Das Rindvieh vom Fallerhof gehört wohl zum meistfotografierten der Welt, jetzt spannen sie dort, laut Spiegel, schon Seile zur Absperrung. Denn manchmal scheint nicht klar, ob das Rindvieh nun vor oder hinter der Kamera steht: Touristen brechen in Ställe ein. Eine Bauerntochter klagt: „Die kommen mit dem Handy zu uns bis in die Küche.“ Sie kraxeln über Zäune. Zertrampeln Wiesen. Lassen Abfall liegen.

    Die Gemeinde St. Magdalena richtet eine Schranke ein

    Doch die Gemeinde setzt Grenzen: Für gut 20.000 Euro wird die Zufahrt ins Dorf bald mit einer Schranke versperrt, samt Sicherheitskamera. Ein Ort weist den Tourismus in seine Schranken. Dazu ein Satz vom Messner Reinhold: „Die Berge, die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewusstsein“. Und nicht in den Speicherplatten unserer Mobiltelefone.

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