Ihr Name scheint aus der Zeit zu fallen: Else. So hieß man doch gestern oder vorgestern. Und mit Fräuleins will die Gegenwart erst recht nichts mehr anfangen. Das war einmal, etwa in jenen historischen Gefilden, als Sigmund Freud der weiblichen Hysterie auf den Grund ging und als Ursache dafür verdrängte sexuelle Wünsche in einer patriarchalen Welt ausmachte. Arthur Schnitzler hat in den 1920er Jahren sein „Fräulein Else“ berühmt gemacht und Freuds Ideen, eigene Gedanken und herausragenden Kunstsinn vermengt. Und dieser innere Monolog reißt einen auch heute noch mit, man tauche nur einmal ein in das Feuerwerk, das im Kopf dieser Frau pausenlos aufsteigt. Denn so geht das auch heute noch in uns zu. Das reine Chaos herrscht da, wenn die Welt draußen und das Ich drinnen das bisschen Bewusstsein beständig überfordern. Else lässt sich durchs Leben treiben, während sie sich voller Tatkraft wähnt; allein und ohne Familie genießt sie die Freiheit in der Sommerfrische zwischen den Bergen – doch das Ansinnen ihrer Eltern, sie möge um Geld für den verschuldeten Vater betteln, lässt ihre Träume zerplatzen. Denn der reiche Kunsthändler Dorsday möchte einen Gegenwert fürs Geld: Das junge, ansehnliche Fräulein Else soll sich für ihn ausziehen.
Premiere
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