Das Licht geht aus. Auf den Bildschirmen erscheinen blaue Laserstrahlen. Eine VR-Brille wird von zwei Händen gehalten und nähert sich dem Publikum. Bunte Lichtstrahlen ziehen einen in die virtuelle Realität. „The Game of Lifetimes“ ist zu lesen. Drei Minuten später schwebt Katy Perry gesichert in einem Käfig unter Jubelrufen über die Bühne in der Münchner Olympiahalle. Ihr erster Song „Artificial“ stammt von ihrem neuen Album „143“. Der Elektropop-Song fügt sich nahtlos in die zuvor gezeigte Videospiel-Welt ein.
Mit ihrer Welttournee „The Lifetime Tour“ spielte die Sängerin am Freitagabend das erste Mal seit zehn Jahren wieder in der Olympiahalle. Eröffnet wurde der Abend von der britischen Sängerin Becky Hill.
Konzert in München und die Frage: Was geht da zwischen Katy Perry und Justin Trudeau
Ob sich Justin Trudeau das Konzert in München angesehen hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Die US-amerikanische Sängerin und der ehemalige Premierminister von Kanada haben sich bisher noch nicht zu der Frage geäußert, ob sie ein Paar seien. Die beiden wurden zuletzt an Perrys Geburtstag zusammen gesehen. Falls Trudeau vor Ort war, ließ sich Katy Perry nichts davon anmerken. Der Popstar legte eine glänzende, durchchoreografierte Performance hin und schuf an dem Abend ein knalliges Wirrwarr aus Lichtern, Klängen und Bildern.
Zwischen den Songs verschwand die 41-Jährige häufig in der Dunkelheit und hinterließ dem Publikum eine virtuelle Katy Perry auf den Bildschirmen, die sich durch eine dystopische Videospiel-Welt kämpfte. Das Konzept ist gleichermaßen skurril und interessant, nur leider geht der rote Faden im Verlauf des Abends verloren.
Katy Perry spielt in München einen Mix aus alten und neuen Songs
Katy Perry verliert sich zeitweise zwischen Neuerfindung und Nostalgie. Ältere Songs wechseln sich mit neuen ab und zwischendurch werden immer wieder Videospiel-Sequenzen eingeworfen. Daraus ergibt sich ein Mix, der einer Gefühlsachterbahn gleicht. Besonders deutlich wird das, als sie die Single ihres neuen Albums „Woman‘s World“ anstimmt und noch vor dem Ende des Lieds in „California Gurls“ aus dem Jahr 2010 übergeht.
Die Sängerin bewegt sich selbstbewusst auf der Bühne. Perry weiß, wofür die Fans angereist sind und spielt die bekanntesten Hits aus ihrer Diskografie. Darunter „I Kissed A Girl“, „Part of Me“, „Dark Horse“ und „Hot n Cold“. Das Bühnenbild wechselt dabei minütlich. Mal schwebt Perry an einem Drahtseil durch die Halle, mal dreht sie sich auf einem Orchideen-Karussell im Kreis.
Schlechter Handyempfang in der Olympiahalle
Als auf den Bildschirmen über der Bühne QR-Codes erscheinen, fordert Katy Perry die Menge auf, den Code mit dem Handy zu scannen und für den nächsten Song abzustimmen. Die Idee scheitert wegen des schlechten Handyempfangs, aber Perry gibt sich gelassen. „Wollt ihr mein WLAN-Passwort haben?“, fragt sie scherzhaft.
Einige wenige Abstimmungen haben trotz Internetproblemen funktioniert, und mit dem Wunschsong der Fans „Double Rainbow“ entsteht ein erfrischend ruhiger Moment am Abend. Perry wirkt auf der Bühne, begleitet von zwei Bandmitgliedern, ohne eine aufwendige Lichtshow im Hintergrund auf einmal nahbar. Am Ende des Songs scheint sie für einen Moment sogar sichtlich berührt.
Katy Perry sucht in München die Nähe zu den Fans
Kurz darauf kommen ein paar ausgewählte Fans aus dem Publikum zur Sängerin auf die Bühne. Zwei zwölfjährige Cheerleaderinnen, zwei Kürbisse und eine als Popcorn verkleidete Dragqueen dürfen sich zu Katy Perry gesellen und sie bei ihrem nächsten Song „The One That Got Away“ begleiten. Perry posiert mit ihnen für Selfies und fragt nach ihren Interessen und Berufswünschen. Damit schafft sie eine Nähe, die am restlichen Abend häufig von der durchgestalteten Performance mit Lichtstrahlen und animierten Videos auf den Bildschirmen untergraben wird.
Das Bild vervollständigt sich, als Perry ihren Song „E.T.“ singt und nebenbei zwei schwebende Ninjas mit einem Laserschwert bekämpft. Ebenso beeindruckend ist ihr Flug auf einem überdimensionalen grauen Schmetterling durch die Olympiahalle. Mit dem Song „Firework“ beendet Perry den Abend im schillernd bunten Konfettiregen.
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