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Porträt: „Er hätte mich umbringen können“: Howie spricht erstmals darüber, missbraucht worden zu sein

Porträt

„Er hätte mich umbringen können“: Howie spricht erstmals darüber, missbraucht worden zu sein

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    Seit sechs Jahrzehnten im deutschen Sprachraum erfolgreich: Schlagerstar Howard Carpendale.
    Seit sechs Jahrzehnten im deutschen Sprachraum erfolgreich: Schlagerstar Howard Carpendale. Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Flachsblonde Föhnfrisur, unverkennbarer Akzent, „Hello again“. Howard Carpendale, den Freund und Feind nur Howie nennen, hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad wie nur wenige andere. In den Medien wird er gerne als „Schmusebarde“ beschrieben, was ihn selbst manchmal fuchst, weil er sich als ernst zu nehmenden Künstler definiert und seit vielen Jahren Wert darauf legt, dass er keine Nonsenstexte singt.

    Im Herbst seines Lebens erlebt der Künstler gerade noch einmal einen musikalischen Frühling, wie er ihn sich vermutlich selbst nicht mehr erträumt hat. Ausverkaufte Tourneen - und selbst das strenge Feuilleton geht inzwischen vergleichsweise mild mit ihm um und erkennt seine Lebensleistung an.

    Carpendale macht öffentlich, als Kind missbraucht worden zu sein

    Jetzt, kurz vor seinem 80. Geburtstag am 14. Januar, hat er mit seiner Autobiografie „Unerwartet“, die am 26. November erscheinen wird, auch reinen Tisch gemacht und blickt auf Leben und Karriere zurück. Neben bisher unbekannten privaten Geschichten schreibt er darin „auch über Zeitgeschichte, Politik und über all das nach, worauf es im Leben ankommt“, wie es vorab dazu heißt.

    Völlig unerwartet berichtet Carpendale, als Kind missbraucht worden zu sein. Ein Bekannter seines Vaters soll sich an ihm vergangen haben, als er gerade einmal zehn Jahre alt war. „Er hätte mich umbringen können“, mutmaßt der Künstler rückblickend. Bis heute kann Carpendale nicht nachvollziehen, dass seine Eltern ihn damals mit dem Bekannten mitgehen ließen.

    Über Multiple Sklerose berichtete Howard Carpendale schon früher

    Man kennt ja viele Details aus „Howies“ Biografie. Dass er in Durban geboren ist, dass er in seiner Heimat Südafrika mal Jugendmeister im Kugelstoßen war und später in Deutschland Formel 3-Rennen gefahren ist. Es ist auch bekannt, dass Carpendale in Südafrika als Elvis-Imitator relativ erfolglos war. Und dann natürlich auch das Howie-Märchen, als er nach einem Abstecher über England in Deutschland landete und dort zum Star aufstieg. Alles harmlos - und jetzt das!

    Aber so sind Reflexionen zu Lebensläufen. Manchmal dauert es lange, bis ein Mensch bereit ist, über die schwerwiegenden Themen öffentlich zu sprechen. Über seine Erkrankung an Multipler Sklerose hat Carpendale, der mit der Musik Millionen verdient hat und am Starnberger See lebt, schon früher erzählt. Der verheiratete Familienvater, der einen erwachsenen Sohn hat, macht in der Biografie nun auch intime Geständnisse - über eine Affäre, die seine Frau schwer belastete, beispielsweise oder über sein erstes Mal im Fahrstuhl. Man kann sich vorstellen: Howies Fans werden das Buch verschlingen.

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