Isabel Allende ist abergläubisch, zumindest ein bisschen. Jedes ihrer Bücher beginnt die Schriftstellerin an einem 8. Januar. So hat sie das bei ihrem ersten Roman gemacht und seitdem traut sie sich nicht, daran etwas zu rütteln. Das Buch, vor 40 Jahren erschienen, wurde direkt ein Bestseller, weltweit: „Das Geisterhaus“. Heute, am 2. August, wird die chilenisch-US-amerikanische Feministin 80 Jahre alt. An ihren Welterfolg anknüpfen konnte sie seitdem nicht so richtig. Aber das letzte Wort ist noch nicht geschrieben.
Geboren in Peru, aufgewachsen in Chile, ins Exil geflohen nach Venezuela, und heute lebt sie in Kalifornien in den USA. Die kleine Frau mit den großen Augen hat ein bewegtes Leben. In Interviews gibt sie sich nahbar. Und mit derselben Offenheit schreibt sie ihre Bücher. Denn darin verarbeitet sie vieles, was sie selbst erlebt hat.
Isabel Allende erlebte den Militärputsch in Chile
So zum Beispiel der Putsch im Jahr 1973, bei dem das Militär in Chile die Macht ergriff. Dabei erschoss sich Präsident Salvador Allende, ein Cousin ihres Vaters. Es ist ein Schlüsselereignis in „Das Geisterhaus“, das die Geschichte von Allendes Familie über vier Generationen hinweg erzählt. In „Paula“ verarbeitet die Autorin den Tod ihrer Tochter, die an einer seltenen Stoffwechselkrankheit starb. Und in „Was wir Frauen wollen“ träumt sie unter anderem offen davon, mal eine Nacht mit dem spanischen Schauspieler Antonio Banderas zu verbringen. Das muss ihr mittlerweile dritter Ehemann tolerieren. In den verliebte sich Allende im Alter von über 70 Jahren.
All ihre Geschichten schreien eine Forderung in die Welt hinaus: Sie will das Ende des Patriarchats. „Meine Obsession ist Macht und Machtmissbrauch“, sagt Allende. Und Frauen seien durch die Geschichte hinweg Opfer von Machtmissbrauch gewesen. Mit der von ihr gegründeten Isabel Allende Foundation unterstützt sie seit 1995 Frauen und Mädchen weltweit.
Trotz Kritik: Die 80-Jährige schreibt weiter
Ihre neueren Werke erhielten weniger gute Kritik, wurden teils als Kitsch abgetan. „Mir ist das egal. Ich schreibe, so gut ich kann“, sagte Isabel Allende selbst dazu kürzlich. Im Januar erschien ihr neues Buch „Violeta“, seit Juli auch in deutscher Fassung zu haben. Die Kritiken bleiben verhalten. Allende schreibt weiter. Jeden Tag etwa acht bis zehn Stunden. Vielleicht kommt da ja noch was.