In einem schlichten Abendkleid betritt sie ihre Altbauwohnung und öffnet die Vorhänge. Plötzlich befindet sich das Londoner Symphonieorchester im Esszimmer und begleitet sie fortan. So beginnt das Musikvideo zu , dem neuen Song des . Der Chor tritt ein und macht den Hörern klar - das hier ist kein klassisches Pop-Lied. Wohl eher Pop mit klassischen Einflüssen. Kurz nach der Veröffentlichung ihres Liedes geht der Sound in den Sozialen Medien viral und kündigt ein imposantes, neues Album der 33-Jährigen an. Und nun bringt sie mit der Veröffentlichung von „Lux“ (Latein für Licht) wortwörtlich Licht ins Dunkle.
Mit „Motomati“ gewinnt die Künstlerin Barack Obama als Fan
In dreizehn unterschiedlichen Sprachen, darunter Deutsch, Latein und Ukrainisch, erzählt die Sängerin auf ihrem neuen Album von femininer Mystik, Sünde, Liebe und Religion. Dabei ist Transzendenz nicht nur inhaltlich ein Thema, auch Grenzen zwischen unterschiedlichen Genres werden durchbrochen. Neben Einflüssen der Oper darf natürlich weder Pop noch Flamenco fehlen. In letzterem ist Rosalía sogar ausgebildet. Die Tradition des Flamencos studierte Rosalía Vila Tobella – wie sie mit gebürtigem Namen heißt – an der Musikhochschule Catalonia College of Music. Berühmt wurde sie durch ihr Album „El Mal Querer“, das zwar sehr von Flamenco geprägt, aber schon den ersten Hinweis auf die nachfolgende Richtung hat, in die sich die Spanierin bewegen würde. So verband sie in ihrem Hit „Malamente“ Flamenco mit zeitgenössischer Popmusik – und bekam für ihr Album einen Grammy. Auch mit dem nächsten Album „Motomami“ schloss sie an ihren Erfolg an. Sie arbeitete bei dem Lied „La Fama“ sogar mit dem Superstar The Weeknd zusammen und gewann obendrein Barack Obama als Fan.
Öffnet Rosalía die Schubladen der Musikgenre?
Der New York Times erzählt Rosalía im Podcast, dass sie mit ihren Texten bewusst mehrdeutig bleiben will. Und sie möchte damit bezwecken, dass man sich dadurch auf den Moment fokussiert und im Hier und Jetzt bleibt. Dabei schafft Rosalía eine musikalische Welt, in der Klänge und Sprache zu einer Einheit fusionieren. Und dabei überschreitet sie auf dem neuen Album auch Sprachgrenzen. „Die Welt ist so vernetzt“, sagt sie im Interview mit der New York Times. Mit dem „Lux“ scheint sie genau das zu zeigen: Kategorien sind nicht immer nötig, weder in der Liebe noch in der Musik.
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