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Apfeldorf: Ein ungewöhnlicher Wahlkampf in Apfeldorf

Apfeldorf

Ein ungewöhnlicher Wahlkampf in Apfeldorf

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    Die Tage des alten Feuerwehrhauses in Apfeldorf sind gezählt.
    Die Tage des alten Feuerwehrhauses in Apfeldorf sind gezählt. Foto: Thorsten Jordan

    In Apfeldorf hat der Kampf um das Bürgermeisteramt so früh begonnen wie in keiner anderen Gemeinde im Landkreis Landsberg. Bereits im Januar 2019 kündigten Robert Frühholz und Zweiter Bürgermeister Gerhard Schmid an, sich um das Amt bewerben zu wollen. Auch der derzeitige Bürgermeister Georg Epple wollte weitermachen. Kurios dabei: Alle drei gehören der CSU an. Doch mittlerweile hat sich die Lage geändert. Von den drei Bürgermeisterkandidaten ist nur noch einer übrig geblieben.

    Lange sah es so aus, als müssten die Apfeldorfer zwei Mal zur Urne, weil bei drei Kandidaten eine Stichwahl wahrscheinlich ist. Doch Ende November informierte Georg Epple per Pressemitteilung, dass er auf eine dritte Amtszeit verzichtet. „Ich habe mir dies gut überlegt und bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass die Gesundheit mir eventuell doch ihre Grenzen aufzeigen könnte“, begründete Georg Epple den Schritt. Zugleich warb er dafür, dass Gerhard Schmid sein Nachfolger wird. Dass dieser zur Verfügung stehe, stimme ihn für die Apfeldorfer Zukunft sehr hoffnungsvoll.

    Der unterlegene Kandidat verzichtet auf eine eigene Liste

    Nur wenige Tage später, Anfang Dezember, setzte sich Schmid, derzeit Geschäftsstellenleiter in Fuchstal, deutlich bei der Aufstellungsversammlung der Gemeinschaftsliste CSU/Überparteiliche Einheitsliste durch. Für ihn votierten 92 Stimmberechtigte und für Gemeinderat Frühholz 37. Weil der unterlegene Robert Frühholz darauf verzichtete, mit einer eigenen Liste anzutreten, steht am 15. März nur noch ein Name als Bürgermeisterkandidat auf dem Stimmzettel.

    Dabei hatte Frühholz noch vor einem Jahr gegenüber dem LT beklagt: „Die Möglichkeiten und die Richtung, in die ich als Gemeinderat was bewegen kann, sind sehr begrenzt. Es laufen alle wichtige Verhandlungen und Informationen über den Bürgermeister und nichts ist zermürbender, als wenn man viel Engagement und Zeit in eine Sache investiert und dann nichts passiert.“

    Die Wasserversorgung muss erneuert werden

    Veränderungen wird es auch im Gemeinderat selbst geben. Unter den 16 Bewerbern der „CSU/Überparteiliche Einheitsliste“ sind viele neue Gesichter. Zudem gibt es mit den Freien Wählern Apfeldorf noch eine zweite Liste, die bislang zwei Sitze hat und mit drei Kandidaten antritt. Der künftige Bürgermeister und der Gemeinderat haben drei Großprojekte vor der Brust, die voraussichtlich alle eine siebenstellige Summe kosten werden. Zum einen muss die Wasserversorgung erneuert werden. Die Pläne hierzu sollen im April oder Mai vorgestellt werden, informiert Bürgermeister Georg Epple auf Nachfrage des LT. „Wir warten seit etwa einem Jahr auf das Ingenieurbüro.“ Epple schätzt auf Basis der bisherigen Gespräche, dass hierfür rund 1,3 Millionen Euro fällig werden. Zudem führt die Gemeinde derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern, um die Versorgungssicherheit mittels eines Notverbundes zu erhöhen.

    Am Wertstoffhof in Apfeldorf könnte das neue Feuerwehrhaus gebaut werden.
    Am Wertstoffhof in Apfeldorf könnte das neue Feuerwehrhaus gebaut werden. Foto: Thorsten Jordan

    Mit voraussichtlich eineinhalb Millionen Euro werden auch das neue Feuerwehrhaus sowie das neu zu beschaffende Feuerwehrfahrzeug zu Buche schlagen. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Kostenschätzung. Sicher ist auch noch nicht der Standort. „Wir würden das neue Gebäude gerne dort errichten, wo sich derzeit noch der Wertstoffhof befindet. Wir warten aber noch auf die Stellungnahme des Straßenbauamts zu dem Standort.“ Der Wertstoffhof würde verlegt, wenn die Gemeinde grünes Licht bekommt.

    Es gibt noch Gesprächsbedarf im Gemeinderat

    Das dritte und teuerste Großprojekt ist der Umbau und die Erweiterung der Mehrzweckhalle zu einem Dorfgemeinschaftshaus. Die Kostenschätzung liegt hier bei 3,7 Millionen Euro. Zudem liegen Förderzusagen über 1,9 Millionen Euro vor. Da es aber im Gemeinderat noch Gesprächsbedarf zu einigen Punkten gibt, verzögert sich das Projekt. Im vergangenen Sommer war davon die Rede, dass heuer mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte. „Es hat, wie bei den beiden anderen Projekten auch, keinen Wert, wenn wir es übers Knie brechen. Lieber wird es gescheit geplant und dauert dafür etwas länger“, sagt Bürgermeister Georg Epple zur aktuellen Situation.

    Steckbrief Gerhard Schmid:

    • Name Gerhard Schmid
    • Partei/Wählergemeinschaft Überparteiliche Einheitsliste/CSU
    • Geburtstag 19. September 1972
    • Erlernter Beruf Beamter
    • Ausgeübter Beruf Kämmerer, geschäftsleitender Beamter bei der VG Fuchstal
    • Familie verheiratet, drei Kinder
    • Politischer Werdegang Seit 2014 Mitglied des Gemeinderats und Zweiter Bürgermeister von Apfeldorf
    • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil wir hier die Möglichkeit haben, die örtliche Entwicklung für uns und unsere Nachkommen zu gestalten
    • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Ein neues Feuerwehrhaus und -fahrzeug, die Ertüchtigung der Wasserversorgung und die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Zusammenarbeit mit den Vereinen
    • Meine größte Stärke Diplomatie
    • Meine größte Schwäche Diplomatie und meine Frau
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