Die Gemeinde Apfeldorf hat einige größere Projekte vor der Brust, die in den kommenden Jahren finanziert werden sollen. Im aktuellen Haushalt, der einstimmig beschlossen wurde, schlägt zudem die inzwischen weit fortgeschrittene Erweiterung des Kindergartens mit fast 400000 Euro zu Buche, und auch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise machen sich bemerkbar.
Ein konservativ geplanter Haushalt
Gerhard Schmid, seit Mai neuer Bürgermeister Apfeldorfs, sagt es sei ein „konservativ geplanter Haushalt“ aufgestellt worden. „In der jetzigen Situation weiß niemand genau, welches Ausmaß Corona hat.“ Im Fall von Apfeldorf bedeutet dies, dass mit einer gerade noch sechsstelligen Einnahme bei der Gewerbesteuer gerechnet wird. Das ist fast ein Drittel weniger als noch im vergangenen Jahr eingenommen wurde. In den vergangenen Jahren konnte die Gemeinde immer sechsstelligen Summen vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt zuführen. Das ist heuer nicht geplant.
Sinkende Einnahmen, wichtige Projekte
Trotz sinkender Einnahmen müssen aber wichtige Projekte finanziert werden, dazu gehört die Erneuerung der Trinkwasserversorgung. Vorgesehen sind ein neuer Hochbehälter und ein Notverbund, um die Versorgung sicherzustellen. Veranschlagt sind für das Projekt 1,2 Millionen Euro. Der Hochbehälter soll durch eine neue Leitung mit dem Tiefbrunnen verbunden werden. Derzeit laufen noch Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Die Planungen dazu sollen laut Schmid zeitnah im Gemeinderat vorgestellt werden. Für 2021 und 2022 sind Mittel im Haushalt eingestellt. „Wir reden mit möglichen Partnern über das Thema Notverbund, wenn alle Fragen geklärt sind“, so der Bürgermeister.
Große Baustelle Feuerwehr
Eine andere große Baustelle ist die Feuerwehr. Hier trafen die Gemeinderäte kürzlich eine Standortentscheidung: Dort wo sich jetzt der Wertstoffhof befindet, soll künftig die Feuerwehr beheimatet sein. Die braucht zudem ein neues Löschfahrzeug, was allerdings nicht ins derzeitige Feuerwehrhaus passt. Voraussichtlich eineinhalb Millionen Euro werden beide Maßnahmen kosten. Geplanter Baubeginn ist im kommenden Jahr. Für heuer wurden 200000 Euro im Haushalt eingestellt, um beim Thema Anschaffung eines Fahrzeugs gegebenenfalls reagieren zu können.
Das größte Projekt Apfeldorfs
Und dann ist da noch das größte Projekt Apfeldorfs, bei dem im Gemeinderat seit längerem darum gerungen wird, in welcher Form und zu welchen Kosten das Projekt den Bürgern vermittelbar ist: Das Dorfgemeinschaftshaus. Veranschlagt sind hierfür insgesamt vier Millionen Euro. Die Mehrzweckhalle soll umgebaut und erweitert werden und künftig als Dorfgemeinschaftshaus dienen. Im aktuellen Haushalt sind dafür 500000 Euro eingeplant. „Wir müssen aber schauen was finanziell machbar ist. Es wird keine Schnellschüsse geben“, schränkt der Bürgermeister ein. Angestrebt wird ein Baubeginn im nächsten Jahr.
Und Apfeldorf bringt mit Kinsau ein interkommunales Projekt auf den Weg: einen gemeinsamen Bauhofstadl.