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Porträt

23.06.2011

Auf die Botschaft kommt es an

Multitalent mit Landsberger Wurzeln: Sabine Carbon.
Bild: Foto: agt

Sabine Carbon ist Schriftstellerin, Regisseurin und Journalistin

Landsberg, Berlin Sie ist vielseitig, kreativ und voller Tatendrang. Zahlreiche Dokumentar- und Kurzfilme zählen zu den Früchten ihres Schaffens, ebenso wie Kinderbücher und die Gründung eines Film- und eines Buchverlages: Sabine Carbon ist Autorin und Regisseurin, verfasste Filmkritiken und interessiert sich für Archäologie und Frühgeschichte.

Geboren wurde Carbon 1963 in Schweinfurt. Im Alter von 14 Jahren zog sie mit der Familie nach Landsberg: „Das war erst ein kleiner Schock für mich, weil alles plötzlich so klein war“, sagt sie scherzhaft. „Doch nach kurzer Zeit habe ich mich sehr wohl gefühlt.“ Nach dem Abitur begann sie ein Studium der Germanistik, der Archäologie und der Ur- und Frühgeschichte in München. Das Abenteuer habe sie daran gereizt. „Außerdem boten diese Fächer die Möglichkeit, die berufliche Entscheidung erst mal offen zu lassen“, sagt Carbon.

Dennoch sei das Studium die Weichenstellung gewesen, die sie in ihre Wahlheimat Berlin und zu ihrer heutigen Tätigkeit geführt habe. Denn eigentlich wollte sie 1986 nur ein Semester in der damals geteilten Stadt verbringen. Jedoch habe sie die Offenherzigkeit der Menschen derart begeistert, dass sie geblieben ist. Kurz nach dem Umzug begann sie, Filmkritiken für den Berliner Tagesspiegel zu schreiben. „Ich fand es spannend, meine eigene Meinung auf professionelle Art und Weise kundzutun“, erklärt sie. Das Thema Film habe für sie immer eine besondere Rolle gespielt, was auf ihre Zeit in Landsberg zurückzuführen sei. Damals habe es einen von Schülern organisierten Filmclub gegeben, was sie dazu bewegte, sich über den Hintergrund einzelner Filme zu informieren und Sekundärliteratur dazu zu lesen.

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Es sei also naheliegend gewesen, sich auch beruflich in Richtung Film zu orientieren, woraus schließlich die Gründung von „24pictures“ resultierte. Doch zunächst stand das zwölfminütige Erstlingswerk, der Kurzfilm „Helena“, auf der Agenda, für den Carbon 1989 zusammen mit einigen Kommilitonen einen Studentenpreis gewann. „Dabei war der Film ziemlich inhaltsleer, weil alle am Drehbuch mitmischten – doch er hatte wahnsinnig tolle Bilder“, resümiert Carbon. Nach dem Studium arbeitete sie zwei Jahre in einem Architekturbüro und begann dann 1990 ein Volontariat bei dem Fernsehsender „Freies Berlin“.

Dort hat sie direkt ihre eigene Sendung „Movie“ moderiert, in der sie die neuesten Filme vorstellte. In den folgenden Jahren habe sie sich allmählich auf die Produktion von Dokumentarfilmen spezialisiert, wie beispielsweise „Die Musical-Akademie“ für den Sender SFB (1994) oder „Der diskrete Charme der Diplomatie“ für arte, der die Geschichte der französischen Botschaft in Berlin nachzeichnet. Erst kürzlich habe sie den Film „Jetset“ abgedreht, der die „unschuldig wirkende Leichtigkeit des Seins der 60er-Jahre“ dokumentiert. Derzeit bereitet sie einen Kinofilm über den Maler Max Beckmann vor.

Im Jahr 2003 sei zur Arbeit als Regisseurin das literarische Schaffen hinzugekommen. Mit der Gründung des Saba-Verlags sei die Idee entstanden, Kinder mit bunten Geschichten in farbenfroh illustrierten Büchern für komplexe Zusammenhänge zu sensibilisieren und ihnen einen Zugang zu kulturellen Themen zu verschaffen. Somit reist die Protagonistin dieser Geschichten, die junge Maria, stellvertretend für ihre Leser durch die Zeit und trifft Personen wie Nofretete, Karl Marx oder Albert Einstein.

Auf Augenhöhe

„Der Clou daran ist, dass Maria mit ihrem Vorwissen aus der Gegenwart reist“, sagt Carbon. Dadurch hätten die Kinder gegenüber den historischen Persönlichkeiten einen Vorsprung und könnten ihnen somit auf Augenhöhe gegenübertreten. Das nächste Projekt sei allerdings kein Bilderbuch, sondern ein Roman, in dem sich Maria mit der Architekturgeschichte auseinandersetzt. „Es ist schwer zu sagen, wo meine Hauptleidenschaft liegt“, urteilt Karbon über die Vielfältigkeit ihres Schaffens: Denn primär sei nicht das Medium wichtig, sondern vielmehr die Botschaft.

Weitere Informationen über Sabine Carbon im Internet unter

24pictures.org oder www.edition-saba.de/2.html

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