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Landsberg

19.12.2019

Ausstellung in Landsberg: Auf der Lianenbrücke über den Lech

„Landsberg Stories“ nennt sich eine Ausstellung in der Säulenhalle mit Schülerprojekten. Hier die „Liane Bridge“, präsentiert von (von links) Nicole Kaiser (zwölf Jahre), Maja Launer (zwölf Jahre) sowie Produktdesigner Harald Zehentbauer.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Wie sollte eine Brücke über den Fluss aussehen? Das war eines der Projekte, die Jugendliche aus Landsberg erarbeitet haben. Ihre Ideen sind in der Säulenhalle zu sehen.

Mehr als fünf Jahre Arbeit von rund 300 Jugendlichen plus Fachleuten stecken in der Ausstellung „Landsberg Stories“, die am Donnerstag eröffnet wurde. Das Spannende: Die Jugendlichen beschäftigten sich unter Anleitung von Experten mit Themen wie Stadtentwicklung oder der Vergangenheit Landsbergs. Herausgekommen sind Ideen wie die „Liane Bridge“ oder das Projekt „Türkenmariandl“. Außerdem geht es um ein besonderes historisches Foto.

Die in der Säulenhalle präsentierten Projekte seien „positive und konstruktive Kritik“ an der Stadt, sagte Wolfgang Hauck beim Rundgang durch die Ausstellung. Hauck ist Vorsitzender von „dieKunstBauStelle“ und Initiator der aus Bundesmitteln geförderten Projekte. „Wir zeigen Ideen der Schüler zur Lösung von Verkehrswege- und Mobilitätsproblemen, wagen aber auch den Blick zurück in die Vergangenheit der Stadt.“ Die Ideen der Schüler seien zugelassen und gemeinsam umgesetzt worden, erzählt Harald Zehentbauer, der sein Fachwissen als Designer einbrachte. Das erkläre die Vielfalt bei den Themen Brückenbau und Mobilität.

Adolf Hitler vor dem Bayertor

Unterstützt von „denkmal aktiv“ der Stiftung Denkmalschutz, waren Migration und jüngere Zeitgeschichte Themen: So werden die unter dem Titel „Türkenmariandl“ geführten Gespräche mit Einwanderern aus vielen Ländern in der Ausstellung noch einmal gezeigt. Aktuell ist die Beschäftigung mit der jüngeren Vergangenheit. „Wir haben eine Karte vom jüdischen Friedhof in Erpfting gezeichnet und einen Flyer dazu gemacht“, nennt Hauck als Beispiel. Anhand eines Fotos, das Adolf Hitler vor dem Landsberger Bayertor zeigt, befragten Schülergruppen Passanten aller Altersstufen, was sie darüber wüssten. Viele hätten damit nichts anfangen können, sagt Hauck. Das Foto zeige Hitler nach seiner Freilassung aus der Festungshaft – die sich übrigens am heutigen 20. Dezember zum 95. Mal jährt. Auf die Straße zu gehen und fremde Leute anzusprechen, habe anfangs ein wenig Überwindung gekostet, erzählt Luca Bruins. Der 13-jährige Achtklässler war bei den Interviews zum Hitlerfoto dabei. Dass viele Leute nichts darüber wissen, habe ihn schon gewundert.

Ausstellung in Landsberg: Auf der Lianenbrücke über den Lech

Viel Kreativität hat Luca bei seinem Vorschlag für zukünftige Mobilität bewiesen. Er schlägt eine unter der Straße verlaufende Magnetbahn vor, die von den Menschen kostenlos genutzt werden kann. Sophia Petz hat eine Kutsche gezeichnet, „weil ich meine, dass nicht immer etwas Neues erfunden werden muss, das dann vielleicht noch umweltschädlicher ist“, so die 14-Jährige.

Was sagen Passanten zum Brückenbau?

Die Projekte seien im Kunstunterricht und Workshops bearbeitet und umgesetzt worden, berichten Maja Launer und Nicole Kaiser. Neben Fortbewegung in der Zukunft ging es auch um Brückenbau speziell in Landsberg. Was Passanten zu dem Thema sagen, kann nachgehört und -gelesen werden.

Dass die Schüler Freude an der Umsetzung des Themas hatten, zeigt sich an den 65 entstandenen Bauvorschlägen. Drei davon wurden ausgewählt und von Designer Zehentbauer bearbeitet. Eine dieser Brücken ist die „Liane Bridge“, mit der der Lech im Wildpark überquert wird. Sie steht auf Betonpfeilern, der Aufgang sind Betonplatten. An Lianen hängend, schwingt sich der Weg über den Fluss.

Ein Mittelding aus Einhorn und Pegasus

Von überbordender Fantasie zeugt die „Einhornbrücke“. „Alle in unserer Klasse mögen Einhörner“, erzählen die beiden Siebtklässlerinnen. Entstanden ist ein farbenprächtiges Mittelding aus Einhorn und Pegasus. Wie genau der Fluss damit überwunden wird, das bleibt dem Betrachter überlassen – auch nachlesen ist möglich.

„Landsberg Stories“ in der Säulenhalle Landsberg, bis Dienstag, 7. Januar, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Am 24. und 31. Dezember sowie am 1. Januar ist geschlossen.

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