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Landsberg

01.06.2020

Demo in Landsberg: „Virologe ist ein Verschwörungstheoretiker“

Vier Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen fanden am Samstag in Landsberg statt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In Landsberg finden vier Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen statt. Die Redner sprechen unter anderem vom „Märchen von Corona“ und Schikane durch Masken.

Vier Demonstrationen, die sich mit der Corona-Pandemie, der Maskenpflicht und dem Thema „Impfpflicht in Deutschland“ beschäftigten, fanden am Pfingstsamstag in Landsberg gleichzeitig statt. Eine Großdemonstration auf der Waitzinger Wiese war aus logistischen Gründen abgesagt worden (LT berichtete).

Während Petra Sander auf dem Roßmarkt vor rund zehn Zuhörern ihr „Märchen von Corona“ erzählte, mahnte der Kauferinger Arzt Rolf Kron auf der anderen Lechseite am Mutterturm seine Zuhörer, sich nicht länger von „König Söder“ und der Bundesregierung gängeln zu lassen. Corona sei nichts anderes als eine völlig harmlose Erkrankung wie die landläufig bekannte Grippe auch, rief er den etwa 30 Menschen zu. Veranstalterin dieser Demonstration war Iris Kaiser aus Windach. Sie habe drei Tage zuvor die Idee gehabt, eine Mahnwache am Mutterturm abzuhalten. „Nachdem die große Demonstration ja abgesagt werden musste, dachte ich, ich muss etwas tun“, sagte Kaiser auf LT-Nachfrage. Welche Botschaft sie mit der Veranstaltung vermitteln möchte, wollte Kaiser nicht sagen. „Die Argumentation überlasse ich lieber Rolf Kron, der kann das besser.“

Vier Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen fanden am Wochenende in Landsberg statt.
Bild: Thorsten Jordan

Und Kron, der später auch noch auf dem Georg-Hellmair-Platz als Gastredner der Veranstaltung von Roman Sellherr aus Augsburg auftrat, tat seine Argumente, warum sämtliche Corona-Schutzmaßnahmen sinnlos seien, deutlich kund: „Man hat uns alles genommen in Sachen Grundgesetz. Wir werden mit Masken schikaniert, obwohl die Pandemie schon lange vorbei ist“, rief er den Menschen zu.

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Für ihn sei Bill Gates der Brötchengeber der Weltgesundheitsorganisation, der den weltweiten Lockdown schon im Oktober 2019 „von A bis Z geplant hat“. Für ihn sei zudem der Virologe Christian Drosten ein „Verschwörungstheoretiker wie er im Buche steht und der verhaftet gehört“. Kron ist überzeugt, dass nur Menschen mit systemischen Vorerkrankungen überhaupt an Corona sterben. Betrachte man die Zahl der Menschen, die corona-positiv seien, läge diese bei 0,0016 Prozent. „Das ist ein Witz!“, meinte er und das „rechtfertige in keiner Weise die Gängelungen der Bevölkerung.“

Eine Heilpraktikerin spricht von erfundenen Zahlen

Unterdessen warnte die Heilpraktikerin Petra Sander aus Hofstetten-Hagenheim auf dem Roßmarkt davor, den „erfundenen Zahlen“ rund um die Pandemie Glauben zu schenken. Verpackt in eine märchenhafte Erzählung sprach sie von zwei Toren, die zusammen mit den Medien die Angst um eine Krankheitsbedrohung unter der Bevölkerung schürten und davon sprachen, dass eine digitale Überwachung und ein „Impf-Zeugs“ unumgänglich seien, die „böse Pandemie“ zu bekämpfen. Am Ende ihrer Erzählung richtete Sander ein paar Worte an die Runde: „Ich habe keine Angst, aber ich habe Wünsche: Ich möchte, dass unsere Kinder in Freiheit toben und andere umarmen können. Und ich will selbst bestimmen, was mit meinem Körper geschieht.“

Eine Stunde lang hatten alle Veranstalter in Landsberg am Pfingstsamstag die Gelegenheit, ihre Meinung zu Maskenpflicht, Impfen und Corona-Pandemie kundzutun. Das nutzte auch der Ingolstädter Arzt Dr. Heinz Gräber am Hauptplatz. Ihm hörten ebenfalls rund 30 bis 40 Menschen zu.

Ein Ingolstädter Arzt ist unter den Rednern

So warnte er unter anderem davor, zu glauben, die Impfpflicht sei vom Tisch, nur weil der von der Bundesregierung angedachte Immunitätsnachweis derzeit auf Eis gelegt sei. „Wenn sich die ganze Aufregung gelegt hat, wird das sicher wieder aus der Schublade geholt“, so Gräber.

Insgesamt blieb es bei allen vier Kundgebungen ruhig, die zahlreich anwesenden Polizeibeamten mussten nicht einschreiten. „Die Teilnehmerzahlen wurden an allen Orten eingehalten, nach polizeilicher Schätzung waren insgesamt etwa 150 Personen anwesend. Den größten Zuspruch hatten dabei die beiden Versammlungen am Hauptplatz sowie am Georg-Hellmair-Platz. Die 50-Teilnehmer-Grenzen wurden dabei nicht überschritten, jedoch an beiden Orten fast erreicht“, so das Fazit von Michael Strohmeier, dem stellvertretenden Leiter der Polizei Landsberg.

Lesen Sie dazu auch:Warum die Maskengegner nicht auf der Waitzinger Wiese demonstrieren

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