Die Carl-Orff-Mittelschule in Dießen soll vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie technisch aufgerüstet werden. Zunächst ist geplant, fünf Räume mit Kohlendioxid-Sensoren auszustatten. Je nach den Ergebnissen, die dabei festgestellt werden, könnte auch in Entlüftungs- oder Luftreinigungstechnik investiert werden.
Die Marktgemeinde Dießen soll die Kosten für die geplanten Anschaffungen ermitteln. Das wurde in einer Sitzung des für die Carl-Orff-Mittelschule zuständigen Schulverbands beschlossen. Den Anstoß zu der Sitzung hatte Schulleiter Michael Bauer mit einer Anfrage an die Gemeinde gegeben. Wie Bauer dem Gremium erklärte, sei auch das Kollegium der Mittelschule angehalten, alle 45 Minuten die Unterrichtsräume quer zu lüften, um zur Verringerung der Corona-Ansteckungsgefahr einen vollkommenen Luftaustausch in den Klassenzimmern und in den beiden Lehrerzimmern zu ermöglichen. Dies sei allerdings in einigen Räumen, darunter in zwei Klassenzimmern, in denen bis zu 30 Schüler gleichzeitig unterrichtet werden, in den Lehrerzimmern und im Musiksaal nicht möglich.
Im Musiksaal muss man auf eine Leiter steigen, um zu lüften
Eine Teilung der Klassen sei derzeit nicht vorgesehen und räumlich auch nicht möglich, so Bauer. In einem der besagten Klassenräume unter dem Dach befände sich neben der Fensterfront lediglich ein Dachfenster, welches zum Querlüften nicht ausreiche. Im Lehrerzimmer lasse sich eine hohe Fluktuation von Personen nicht vermeiden, im Konferenzraum befände sich nur ein Fenster, das jedoch von außen abgeschlossen sei. Im Musiksaal, so der Schulleiter, ließen sich die Fenster nur öffnen, wenn man dazu auf eine Leiter steige. Deshalb sei neben der konstanten Belüftung dieser Räume zusätzliche Luftreinigungsgeräte erforderlich.
Das Schulverbandsgremium, bestehend aus den Bürgermeistern der Gemeinden Dießen, Eching, Eresing, Finning, Greifenberg, Hofstetten, Schondorf, Utting und Windach, sprach sich dafür aus, das Thema zügig Schritt für Schritt anzugehen: Zuerst sollen für die betroffenen Räume CO2-Sensoren angeschafft werden, um zu prüfen, ob sie auf konventionelle Art ausreichend belüftet werden können oder nicht. Diskutiert wurde auch die Anschaffung von zehn flexibel einsetzbaren Raumlüftern, die Aerosole abfiltern. Allerdings könnten die Wartungskosten mit bis zu 60.000 Euro für die Wintermonate über den Anschaffungskosten liegen, die die Verwaltung mit 56.800 Euro veranschlagt hat. Der Wartungsaufwand, der insbesondere aus dem Reinigen und Austauschen der Filter besteht, soll nun nochmals geprüft werden. Geklärt werden soll auch, ob in den betroffenen Räumlichkeiten ein Be- und Entlüftungssystem installiert wird, das ebenso wie das konventionelle Lüften mit einer Auskühlung der Räume verbunden wäre, wie Bautechniker Bernhard Schanz (Bauamt) betonte.
Das Umweltbundesamt steht Luftreinigern eher skeptisch gegenüber
Sobald Messwerte zur CO2-Anreicherung in den Räumen vorliegen, so Bürgermeisterin Sandra Perzul, müsse man sich nochmals zusammensetzen. Der erste Schritt, die Installation der CO2-Messgeräte, sei voll förderfähig. Bis 31. Dezember könne die Gemeinde außerdem für Räume, deren ausreichende Belüftung ansonsten nicht sichergestellt ist, einen Antrag auf Förderung von Investitionskosten für technische Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften in Schulen stellen. Darunter fielen auch Luftreinigungsgeräte, die die virushaltigen Aerosolpartikel aus der Luft entfernen. Allerdings stünden das Umweltbundesamt und die Berufsgenossenschaft einem generellen Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte kritisch gegenüber und hielten diese lediglich in Ausnahmefällen für gerechtfertigt. Auch in der kalten Jahreszeit empfehle das Amt die Fensterlüftung.
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