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Diessen am Ammersee: Bei geschlossener Schranke aufs Bahngleis: Zwei Menschen sterben

Diessen am Ammersee

Bei geschlossener Schranke aufs Bahngleis: Zwei Menschen sterben

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    Trümmerteile markierten die Strecke, entlang derer der Regionalzug einen Pkw mitschleifte, der den geschlossenen Bahnübergang an der Weilheimer Straße in Dießen überfahren hatte.
    Trümmerteile markierten die Strecke, entlang derer der Regionalzug einen Pkw mitschleifte, der den geschlossenen Bahnübergang an der Weilheimer Straße in Dießen überfahren hatte. Foto: Thorsten Jordan

    Zwei Menschen sind am Freitagmorgen beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Regionalzug in Dießen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich gegen 9 Uhr am Bahnübergang an der Weilheimer Straße. Im Zug, der laut Bayerischer Regiobahn (BRB) mit rund 20 Fahrgästen besetzt war, gab es keine Verletzten, hieß es von der Polizei. Die Bahnstrecke und die Straße blieben bis in die Nachmittagsstunden gesperrt.

    Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord berichtet, wollte der Fahrer eines Mercedes, der ortsauswärts fuhr, trotz geschlossener Schranke den Bahnübergang in der Weilheimer Straße überqueren. In diesem Moment kam ein Regionalzug aus Richtung Weilheim, dieser erfasste den Pkw und schleifte ihn rund 30 Meter mit. Die Fahrzeuginsassen, es soll sich um einen 84-jährigen Mann aus Dießen und eine gleichaltrige Frau handeln, konnten nur noch tot geborgen werden.

    Trümmerteile entlang der Strecke

    Entlang dieser Strecke lagen Trümmerteile des stark zerstörten Autos. Der Schaden an dem von der Polizei sichergestellten Triebwagen des Zugs wurde von Werkstattmitarbeitern der BRB begutachtet. Ob der Zug noch fahrbereit ist oder in die Werkstatt nach Augsburg geschleppt werden muss, war am Mittag noch offen, so die Auskunft von BRB-Sprecher Christopher Raabe.

    Die Dießener Polizei war mehrere Stunden mit der Unfallaufnahme befasst. Um den Hergang genau zu klären, wurde in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ein Gutachten beauftragt. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die Schranke geschlossen war. Sie beruft sich dabei auf die Aussage des 50-jährigen Lokführers. Nicht auszuschließen ist, dass die tief stehende Herbstsonne den Unfall mitbeeinflusst hat. Zum Zeitpunkt der Kollision stand die Sonne ziemlich direkt in der Fahrtrichtung des Autos.

    2003 ähnlicher Unfall an der Stelle

    An der Schranke selbst war augenscheinlich kein Schaden zu erkennen. Eine mögliche Erklärung dafür könnte laut dem Sprecher des Polizeipräsidiums, Hans Peter Kammerer, sein, dass der Schlagbaum durch die Berührung mit dem Auto wieder nach oben sprang. Eine solche Schranke, erläutert Kammerer, sei kein tatsächliches Hindernis, sondern stelle eine optische Barriere dar. So geschah es auch im Juli 2003, als ein 85-jähriger Autofahrer ebenfalls an dieser Stelle die Bahngleise kreuzen wollte, obwohl die Schranken bereits heruntergelassen waren. Der Mann und seine Beifahrerin wurden damals schwer verletzt.

    Ob und bis wann der Unfallverlauf geklärt werden kann, ließ Kammerer offen. Am Ende könnte ein Gutachten auch nur zu einer „sehr priorisierten Version des Unfallhergangs“ kommen. Zu dem Unfall wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften des Roten Kreuzes mit Fahrzeugen aus vier Landkreisen alarmiert, ebenso zwei Rettungshubschrauber und ein Helikopter des Bundespolizei. Die Dießener Feuerwehr war laut Kommandant Florian König mit rund 20 Mann im Einsatz. Sie musste eine im Auto eingeklemmte Person befreien und sicherte die Unfallstelle ab.

    Die Weilheimer Straße war bis zum Nachmittag gesperrt, die Bahnstrecke wurde später wieder freigegebe. Die Züge wendeten während der Sperrung in Dießen und Weilheim, dazwischen richtete die BRB einen Schienenersatzverkehr ein.

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