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Studio Rose

14.11.2019

Ein Ehepaar stellt aus

Studio Rose Schondorf: Barbara und Gernot Sieghart stellen aus.
Bild: Romi Löbhard

Eine wohldurchdachte Präsentation in Schondorf

Es ist die erste gemeinsame Ausstellung des Ehepaars Barbara und Gernot Sieghart und sie offenbart die große Verschiedenheit der beiden Künstler bei ihrer Art, Kunst zu schaffen. Die beiden teilen sich die Räumlichkeiten im Studio Rose in Schondorf.

Dass es dabei nicht zu möglicherweise falschen Beeinflussungen der beiden Stile/Ausdrucksmöglichkeiten kommt, ist der wohldurchdachten, überzeugenden Präsentation der Werke zu verdanken. Die Galerie wurde durch Hängungen bis fast unters Dach zum Gesamtkunstwerk. Dass die Arbeiten der beiden Künstler streng getrennt – linke Wand, rechte Wand – platziert wurden, kommt Betrachtern entgegen. So kann sich der Kunstliebhaber auf Gernot Siegharts Seite auf Farben in geometrisch exakten Formen einlassen. Es sind Digitaldrucke auf Leinwand: eine ungewöhnliche Symbiose, die auf den ersten Blick direkte Malerei vorgaukelt und erst bei näherer Betrachtung ihre Entstehungsgeschichte preisgibt. Weit weg von aller Geometrie sind großformatige Arbeiten, für die Gernot Sieghart Objekte, Fundstücke fotografiert, vergrößert, verändert, zerschnitten, neu zusammengesetzt hat, bis der Ausgangspunkt nicht mehr erkennbar ist. Verwirrend auch die Titel, die der Künstler seinen Arbeiten gegeben hat: Verhältnismäßig einfach ist noch der „Poetische Mensch“.

Auf alten Schriftstücken hat der Künstler offengelegte Gehirnwindungen platziert und demonstriert daneben, wie die Poesie sich nach allen Seiten Freiheit verschafft. Die „Himmelsleiter“ scheint derzeit noch von der Schwerkraft festgehalten zu werden, sie befindet sich erst auf dem Weg nach ganz oben. Fotografien von Fundstücken wie Papierfetzen oder Hinterlassenschaften heutiger Zivilisation nennt Gernot Sieghart „Dressierte Objekte“, weil er sie farblich und bildlich nach seinen Vorstellungen verändert, quasi neu geschaffen und so zur Kunst erhoben hat.

Ein Ehepaar stellt aus

Von Barbara Sieghart ist in Schondorf viel Großformatiges und viel richtig Kleinformatiges, fast Miniaturhaftes, zu sehen. Ihre Malerei ist kaum einem bestimmten Genre zuzuordnen. Die Künstlerin scheint Freude daran zu haben, ihre Gefühle auf die Leinwand zu bannen und dem Betrachter damit Rätsel aufzugeben. Es gibt keine Titel für Einzelwerke, sondern für ganze Gruppen. „Irgendwo“ sind Berge, Landschaften aus Sicht der Malerin. „Omega“ vermittelt Weltuntergangsstimmung. Auf vertikal lang gestreckten Leinwänden hat Barbara Sieghart dafür eine Dreiteilung vorgenommen, die wie ein auf den Kopf gestelltes Triptychon wirkt.

Barbara Sieghart und Gernot Sieghart im Studio Rose in Schondorf, Bahnhofstraße 35; Öffnungszeiten Samstag und Sonntag, 16. und 17. November, jeweils von 12 bis 18 Uhr.

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