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Erbschaft: Ein Glücksfall für die Gemeinde

Erbschaft

Ein Glücksfall für die Gemeinde

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    Die Marktgemeinde Dießen nimmt das Erbe von Charlotte Zaller an und will Eigentümerin der sogenannten Huber-Häuser in der Johannisstraße werden.
    Die Marktgemeinde Dießen nimmt das Erbe von Charlotte Zaller an und will Eigentümerin der sogenannten Huber-Häuser in der Johannisstraße werden. Foto: Gerald Modlinger

    Erwartungsgemäß hat der Dießener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Erbe von Charlotte Zaller, die Liegenschaft der ehemaligen Buchdruckerei Huber in der Johannisstraße, anzunehmen. Die Entscheidung fiel einstimmig. SPD-Gemeinderätin Hannelore Baur bezeichnete es als „Glücksfall, dass wir das erben können“. Allerdings, ein paar Unwägbarkeiten gibt es durchaus, wurde in der Sitzung deutlich.

    Vor 20 Jahren wurde schon mal saniert

    Jedenfalls wandte sich schon mal das Landratsamt an die Gemeinde, nachdem der Erbfall publik geworden war. Die Liegenschaft im Dießener Ortszentrum ist auch im Altlastenkataster vertreten, es sei mit grundwassergefährdenden Stoffen zu rechnen, berichtete Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) aus dieser Mitteilung. Auch in den 1990er-Jahren seien Kontaminationen von Kohlenwasserstoffen festgestellt worden. 1994 sei auch eine Boden-Luft-Sanierung vorgenommen worden. Wie problematisch dieser Altlasten zu bewerten sind, könne jetzt, aber auch nicht kurzfristig in ein paar Wochen gesagt werden, so der Rathauschef weiter.

    Deshalb aber das Erbe auszuschlagen, wäre die falsche Konsequenz. Dann würde nämlich das Erbe an den Staat fallen, „und dann spekuliere ich, dass der Freistaat das Erbe verkauft“ und am Ende würden spätere Gemeinderäte noch lange lamentieren, dass die Gemeinde das Erbe nicht angenommen habe, malte Kirsch das alternative Szenario aus.

    Auch Hannelore Baur sprach sich dafür aus, das Erbe anzunehmen, schließlich werde seit Langem über diesen „Schandfleck“ lamentiert und jetzt sei die Gemeinde am Zug, das zu ändern. Das Altlastenthema wertete sie als „nicht so dramatisch“. Sie erinnerte an die einstige Lederfabrik in Rott. Auf diesem Gelände seien später auch Häuser gebaut worden.

    Dr. Wolfgang Salzmann (CSU) hielt es ebenfalls für „unklug, so eine Ruine stehen zu lassen“ und plädierte auch dafür, die Erbschaft anzutreten, „weil man daraus etwas machen kann“. Günstiger Wohnraum wäre eine Möglichkeit. Eine Debatte über künftige Nutzungen hielt Edgar Maginot (CSU) jedoch für verfrüht. Solche Planungen sollten dem neuen Gemeinderat überlassen werden.

    Weiterhin bedeckt hielt sich Bürgermeister Kirsch im Hinblick auf einen vor rund 40 Jahren zwischen den Eheleuten Zaller und dem Münchner Verleger Dr. Herbert Fleissner geschlossenen Vertrag. Damit hatte sich der Verleger ein Ankaufsrecht einräumen lassen. Inwieweit diese Vereinbarung noch wirksam ist, werde vom Nachlassgericht nicht geprüft. Kirsch will nicht ausschließen, dass dieser Vertrag inzwischen nicht mehr wirksam ist.

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