Die Frage, ob sich die umliegenden Kommunen künftig finanziell am Betrieb des landkreiseigenen Warmbads in Greifenberg beteiligen sollen, hat jetzt auch den Eresinger Gemeinderat beschäftigt. Am Ende beantworteten sie die Kommunalpolitiker einstimmig mit Nein. Ein derzeit diskutierter Vorschlag sieht vor, dass der Landkreis die Sanierungskosten in voller Höhe trägt. Am jährlich anfallenden Betriebskostendefizit in Höhe von etwa 120000 Euro sollen sich die umliegenden Gemeinden (Eching, Greifenberg, Windach, Schondorf, Eresing) mit 50 Prozent beteiligen. Die Gemeinde Greifenberg unterbreitete den anderen vier Gemeinden den Vorschlag, 20000 des voraussichtlich 60000 Euro jährlichen Defizitanteils zu übernehmen. Auf Eching, Eresing, Schondorf und Windach würden dann jeweils 10000 Euro entfallen. Vor Kurzem hatte der Schondorfer Gemeinderat einstimmig grundsätzlich seine Bereitschaft erklärt, dass sich die Gemeinde an der Finanzierung des Betriebskostendefizits beteilige.
Bürgermeister Josef Loy stellte zunächst aus seiner Sicht die Situation dar. Dass der Betrieb des Bades keine Pflichtaufgabe des Landkreises sei, wie Landrat Walter Eichner erkläre, wollte der Rathauschef dabei nicht bestätigen: „Das Bad hat überörtliche Bedeutung und ist somit Landkreissache.“ Im Übrigen seien die dazugehörigen Gebäude im Besitz des Landkreises.
Loy sieht Aufwand für Bad unter der Bagatellgrenze
Loy vertrat in der Gemeinderatssitzung die Meinung, dass die Sanierung und das jährliche Defizit über die Kreisumlage finanziert werden sollten. „Das jährliche Defizit macht eine Erhöhung der Umlage um 0,29 Prozentpunkte aus“, rechnete der Bürgermeister vor. „Wenn die Sanierungskosten von 150000 bis 200000 Euro über einen Kredit finanziert werden, der 20 Jahre lang bei vier Prozent Darlehenszinsen läuft, dann kommen noch einmal 0,41 Punkte dazu.“ Beides zusammen liege immer noch unter der Bagatellgrenze von einem Prozent, die eine Erhöhung der Kreisumlage infrage stelle. „Wir kommen in Rosinenzählerei, wenn wir alle Sachen auf die Orte aufteilen, an denen sie gerade stattfinden“, sagte Loy.
Den Ausführungen des Bürgermeisters schloss sich der Gemeinderat an. Eine Beteiligung der Gemeinde am jährlichen Defizit wurde einstimmig abgelehnt. Das Gremium sprach sich grundsätzlich für einen Erhalt des Warmbades aus. Für Gespräche, die den Erhalt des Bades betreffen, sei man grundsätzlich bereit. Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde finde aber nur über die Kreisumlage statt.