1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Gerüchte um die Fuchstalbahn

Landkreis Landsberg

03.10.2018

Gerüchte um die Fuchstalbahn

Eine Weichenanlage am ehemaligen Bahnhof in Asch. Auf der Fuchstalbahn sind noch Güterzüge und gelegentlich Züge für Sonderfahrten unterwegs.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

In wenigen Tagen ist wieder ein historischer Schienenbus zwischen Landsberg und Schongau unterwegs. Gerade jetzt wird über eine Stilllegung der Strecke gesprochen.

Gerüchte um die endgültige Stilllegung der Fuchstalbahn gab es in der Vergangenheit immer wieder. Jetzt, wenige Tage bevor ein historischer Schienenbus an drei Sonntagen hintereinander zu Nostalgiefahrten einlädt, mehren sie sich wieder. Doch noch wird die Bahnstrecke zwischen Landsberg und Schongau für den Güterverkehr genutzt. Auch im nächsten Jahr, wie der Nutzer, die Augsburger Localbahn, auf Nachfrage mitteilt. Und was sagt die Deutsche Bahn zu den Gerüchten? Eine Entscheidung zur Stilllegung sei nicht getroffen.

Vertrag bereits unterzeichnet

Es wird viel geredet und geschrieben über die Fuchstalbahn in diesen Tagen. Zum Beispiel, dass die Strecke bereits Ende des Jahres stillgelegt und das Stellwerk Nord in Schongau im Januar aufgegeben werden soll. Und die Augsburger Localbahn soll künftig über Weilheim fahren. Helmuth Schmitt, Geschäftsführer der Augsburger Localbahn, sind solche Überlegungen nicht bekannt. Der Vertrag über die Nutzung der Fuchstalbahn im nächsten Jahr sei bereits mit der DB Netz, der die Strecke gehört, sei bereits unterzeichnet. „Die Gerüchte über eine Stilllegung höre ich seit dem Jahr 2000“, sagt er.

Langwieriges Verfahren

Tyll-Patrick Albrecht war lange Jahre Vorsitzender der seit Mitte des Jahres aufgelösten Initiative Fuchstalbahn. Auch er spricht von einem „Gerücht“, wenn es um die Stilllegung geht. „Alle Beteiligten sagen, es geht weiter“, weiß er. Es sei auch gar nicht so einfach, eine Strecke einfach stillzulegen. Das Verfahren, das im Allgemeinen Eisenbahngesetz geregelt ist, sei langwierig. Nur wen kein Eisenbahnunternehmen Bedarf anmeldet, könne eine Strecke stillgelegt werden. Tyll-Patrick Albrecht setzt sich mittlerweile in einer Arbeitsgruppe von Pro Bahn für die Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr ein. Die Auflösung der Initiative Fuchstalbahn bedeutete auch nicht das Ende der Ausflugsfahrten. An den drei Sonntagen, 7., 14. und 21. Oktober, lädt ein historischer Schienenbus aus den 1960er-Jahren zur Fahrt auf der Fuchstalbahn zwischen Landsberg und Schongau ein. „Die Sonderfahrten sind auch schon für das nächste Jahr angemeldet“, sagt Albrecht.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Gerüchte um die Stilllegung der Fuchstalbahn waren auch Inhalt einer Anfrage unserer Zeitung an die Pressestelle der Deutschen Bahn. Die Antwort fiel knapp aus: Eine Entscheidung sei seitens der DB Netz nicht getroffen und es sei auch kein Genehmigungsverfahren zur Stilllegung eingeleitet worden. Allerdings teilt das Unternehmen mit, dass derzeit eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aller Regionalnetzstrecken in Bayern erfolge. „Dies ist aber dem Umstand geschuldet, dass wir als Aktiengesellschaft kontinuierlich solche Prüfungen vornehmen müssen.“

Nur noch Güterverkehr

Die Fuchstalbahn wurde in zwei Abschnitten eröffnet. Im Jahr 1885 fuhren erstmals Züge von Landsberg über Unterdießen nach Denklingen, ein Jahr später dann von Denklingen weiter bis Schongau. Ab Ende der 1960er-Jahre wurden Gleise zurückgebaut und Anschlussgleise stillgelegt. Am 2. Juni 1984 fuhr der letzte Reisezug zwischen Landsberg und Schongau. Im Jahr 1998 übernahm die Augsburger Localbahn den Güterverkehr auf der Fuchstalbahn. Sie transportiert heute vor allem Altpapier und Rohstoffe für die Herstellung von Papier für das Werk von UPM in Schongau. Weitere Kunden sind die ASK Altpapier Sortierung in Kinsau, die Holzwerke Pröbstl in Asch und das Unternehmen Hirschvogel aus Denklingen. Personen sind nur noch zwischen Landsberg und Kaufering unterwegs. Dort fährt die DB-Regio im Halbstundentakt. Zwischen 2010 und 2013 sanierte die Deutsche Bahn einen Großteil der Strecke. Es wurden unter anderem Gleise und Schwellen ausgetauscht.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Bahn-3011.jpg
Kommentar

War die Privatisierung der Bahn gut?

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket