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05.11.2010

Heinzelmännchen kommen nach Landsberg zurück

An der Alten Bergstraße, an der Treppe zum Hofgraben wurde eigens für den Film einen Brunnen errichtet. Dahinter mussten sich die Heinzelmännchen vor dem Nachtwächter verstecken. Fotos: Thorsten Jordan, Familienarchiv Zerle

Landsberg Die Altstadt von Landsberg diente schon häufig als Filmkulisse. Auch im Jahr 1956. Damals wurden die Außenaufnahmen des Märchenfilms "Die Heinzelmännchen" rund um die Alte Bergstraße, aber auch am Roßmarkt und im Klösterl gedreht. Einige Mädchen und Buben aus Landsberg durften mitspielen und hatten während der Dreharbeiten schulfrei. Der Film ist ein Stück Zeitgeschichte. Er zeichnet ein romantisches Bild der Häuser, Tore und Türme und zeigt baugeschichtliche Details, die mittlerweile verschwunden sind. Am Sonntag, 14. November, wird der Film im Olympia Kino gezeigt, am Montag beginnt der Vorverkauf.

Monika Kleinert lebt heute wie damals in der Alten Bergstraße. Sie erinnert sich noch gut an die Dreharbeiten im Sommer 1956. Sie habe zwei Rollen gehabt: Heinzelmännchen und Mädchen. Die Filmemacher kamen wenige Wochen vor den Sommerferien nach Landsberg. Die Mädchen und Buben, die als Statisten ausgewählt wurden, hatten für die Dauer der Dreharbeiten schulfrei. "Für einen halben Drehtag gab es 50 Pfennig, für einen ganzen eine Mark", sagt Monika Kleinert.

Umgezogen haben sich Schauspieler und Statisten im Pfletschbräu in der Alten Bergstraße. Dort gab es auch ein Mittagessen, wie sich Monika Kleinert erinnert. Sie besuchte seinerzeit die Mädchenschule am Leonhardiplatz. Ihre Klassenkameradin Elisabeth Zerle durfte ebenfalls ein Heinzelmännchen darstellen. Das Schminken und das Ankleben des Bartes hat sie in schlechter Erinnerung. "Der Kleber hat übel gerochen", sagt sie.

Hinter Brunnen versteckt

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Einer der Buben aus der Knabenschule am Spitalplatz, die mitmachen durften, war Klaus Berghofer. Es war zehn Jahre alt und erinnert sich daran, dass er sich als Heinzelmännchen hinter einem Brunnen verstecken musste. Der war eigens für den Film an der Alten Bergstraße in Höhe der Treppe zum Hofgraben errichtet worden.

Monika Kleinert hat die Szene noch vor Augen. Der Nachtwächter sollte die Heinzelmännchen nicht entdecken, deswegen suchten sie hinter dem Brunnen und auf der Treppe Schutz, die zum Hofgraben hinunter führt. Beim Ortstermin mit dem LT stellte sie die Szene gleich nach (siehe Foto). Überhaupt wurde am Stadtbild einiges verändert. Das Bäckertor erhielt zwei Tore aus Holz, manches Geschäft in der Bergstraße einen Vorbau, die Fahrbahn säumten alte Fuhrwerke.

Karl Berghofer verfolgte die Proben und Aufnahmen mit großem Interesse. Der Film wurde später seine Leidenschaft und sein Beruf. Noch heute ist er Filmvorführer im Olympia Kino, in dem der Film wohl bereits im Jahr 1956 erstmals gezeigt wurde. Vor der Eingangstür hätten sich lange Schlangen gebildet.

Am Sonntag, 14. November, wird der Märchenfilm um 14 Uhr wieder im Olympia gezeigt. Die Familie Gilk hat mithilfe des früheren Landsbergers Alexander H. Friesenegger die einzig verbliebene Kopie ausfindig gemacht. Ab Montag, 8. November, können Karten im Kino gekauft oder unter Telefon 08191/943283 bestellt werden.

Zeitzeugen Wer beim Film "Die Heinzelmännchen" als Statist mitgewirkt oder Fotografien der Dreharbeiten hat, wird gebeten, sich im Kino zu melden.

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