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Hochwasser: Neuer Kanal soll entlasten

Hochwasser

Neuer Kanal soll entlasten

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    ...und ein Absetzbecken vor dem Wildwassergraben in Richtung Oberbergen.
    ...und ein Absetzbecken vor dem Wildwassergraben in Richtung Oberbergen. Foto: Thorsten Jordan

    Penzing Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Penzing werden konkret. Die Pfettenstraße soll bei Starkregenereignissen in Zukunft vor Überflutungen verschont bleiben. Deshalb soll der Regenwasserkanal an der Staatsstraße 2054 ab der Einmündung Pfettenstraße abgehängt und durch ein neues Netz unter der Schwabhauser Straße in Richtung Wildwassergraben umgeleitet werden. Neben der Verlegung neuer Rohre ist der Bau eines neuen unterirdischen Reinigungsbeckens erforderlich. Vom Gemeinderat wurde das Projekt mit 11:5 Stimmen beschlossen.

    Das Problem besteht seit Jahren. „Bei jedem bisschen Regen steht Wasser am Ende der Pfettenstraße“, so Bürgermeister Johannes Erhard zur bestehenden Problematik. Denn das Wasser, das im nordwestlichen Bereich Penzings aufschlägt, sucht sich dann seinen Weg durch die Pfettenstraße und sorgt dann dort für Überflutungen. Wie Planer Volker Wittke im Gemeinderat sagte, liegt das Problem im Sammler am Ende dieser Straße. Die Problematik sei bei den Planungen zum Ausbau der Pfettenstraße erkannt worden. „Was bei der Kirche an Wasser über die Weiherstraße läuft, schafft die Rohrleitung nicht.“ Am Ende der Pfettenstraße steigt das Wasser an. Die Lösung sollen nun neue Rohrleitungen ab der Einmündung Pfettenstraße (ab Gasthaus Frank) unter der Schwabhauser Straße bis zum Radweg Penzing-Oberbergen bringen und ein dortiger Hauptsammler vor dem Wildwassergraben. Zwar würde eine neue Entwässerungsleitung in der Pfettenstraße weniger kosten, aber auch weniger Schutzwirkung bringen.

    Drei Alternativen für Absetzbecken

    Für die gesetzlich vorgeschriebene Absetzeinrichtung am Wildwassergraben stellte Planer Volker Wittke drei verschiedene Lösungen vor: den Einbau eines Betonfertigteilbeckens, ein offenes Absetzbecken in der Nähe der Staatsstraße oder eines östlich des Kindergartens St. Josef. Die Preisspanne dafür reichte von 93000 bis 120000 Euro. Am Ende fiel die Wahl auf die teuerste, nämlich das unterirdische Betonfertigteilbecken in der Nähe des Wildwassergrabens.

    Die Vorteile liegen laut Planer darin, dass hierfür kein Grunderwerb erforderlich sei, eine einfache Reinigung möglich sei, es unterirdisch und somit nicht sichtbar liege, leicht erweiterbar und sehr sicher sei. Einziger Nachteil: die höheren Kosten. Finanziell gesehen darf die Gemeinde bei dem Gesamtprojekt auf eine Förderung des Staatlichen Bauamts Weilheim als Träger der Staatsstraße hoffen. Die Behörde hat beim Neubau des Kanals 90000 Euro als Förderung in Aussicht gestellt. Allerdings gab es am Gemeinderatstisch Befürchtungen, dass sich die Hochwasserproblematik in den Ortsteilen Oberbergen, Untermühlhausen und Epfenhausen mit Realisierung dieser Maßnahme zuspitzen könnte. Zweiter Bürgermeister Manfred Schmid befürchtete, dass das Wasser schneller in den Ortsteilen stehen könnte, und regte an, zuerst einen Ablauf vor Oberbergen zu schaffen. „Bei Hochwasser ist nicht das Oberflächenwasser entscheidend, sondern der massive Anstieg des Grundwassers“, so die Antwort des Planers. Der Untermühlhauser Gemeinderat Manfred Deininger meinte: „Wir müssen mit dem Hochwasserschutzkonzept in den Ortsteilen beginnen, bevor wir hier Geld in die Hand nehmen.“ Unterstützung erhielt er von Wolfgang Frei: „Das Hochwasserschutzkonzept muss aufgrund dieser Maßnahme verstärkt werden.“

    Am Ende entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Realisierung der Maßnahme, für die nun eine wasserrechtliche Genehmigung eingeholt wird. Der gewünschte Zusatz zum Beschlussvorschlag von Manfred Deininger, den Baubeginn erst mit Umsetzungsbeginn der Hochwasserschutzmaßnahme zu starten, kam nicht mehr zur Abstimmung. Im Mai soll die Thematik bei Bürgerversammlungen in den Ortsteilen zur Sprache kommen, wie der Bürgermeister ankündigte.

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