Weil Über die Hälfte seiner ersten Amtsperiode als Bürgermeister hat Anton Bauer in der sechs Ortsteile zählenden Gemeinde Weil bewältigt und schaut zuversichtlich in die Zukunft. „Die Tätigkeit macht Freude und bringt große Zufriedenheit, auch wenn nahezu täglich neue Sachthemen und Anliegen der Bürger auf meinem Schreibtisch landen.“
Dabei könne Bauer auf eine leistungsstarke Verwaltung, einen sachlich agierenden Gemeinderat und großes ehrenamtliches Engagement vieler Mitbürger bauen. Nur so war das „Vorzeigeobjekt“, die Grundsanierung des Friedhofes um die Pfarrkirche St. Mauritius, zu einem guten Abschluss zu bringen. Nahezu eine Million Euro haben Gemeinde und Kirche in das Großprojekt investiert. „Das war ein Kraftakt“, so Anton Bauer.
Mit der Sanierung der Friedhofsmauer an der Pfarrkirche St. Ulrich in Pestenacker steht bereits ein weiteres Projekt an, das Kirche und Gemeinde gemeinsam zu lösen haben. Erst dann könne man die Planungen für den Dorfplatz in Pestenacker angehen. Daneben nennt der Rathauschef eine Reihe weiterer Themen, die 2011 auf der Agenda standen und im Laufe des Jahres zur Entscheidungsreife gebracht werden sollen. „Dazu zählen die Neuanschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr Weil und der Bau eines neuen Feuerwehrhauses“, so Bauer. Beim Fahrzeug wird noch um die Ausrüstungsvariante gerungen und für ein Feuerwehrhaus sucht man nach einem geeigneten Standort. Dazu sei zu klären, ob die Wehren Weil und Pestenacker künftig unter einem Dach kooperieren können.
Wichtig ist es Bauer auch, Bauland für junge Familien bereitzustellen. In Schwabhausen hat man das Gebiet Kreuzacker II zur Baureife gebracht. „Damit ist die Nachfrage für die nächsten Jahre gesichert.“ In Petzenhausen liefen erste Planungen zur Ausweisung von Bauplätzen. In Weil, wo zurzeit noch ein Grundstück zum Verkauf stehe, sei man auf der Suche nach neuem Grund. Das gelte auch für Gewerbeflächen, um die Finanzkraft der Gemeinde zu stärken. Anfragen lägen vor, aber nur von Kleinbetrieben. Aufgrund der Verkehrslage sei es aber schwierig, größere Betriebe für eine Ansiedlung in Weil zu gewinnen. So sei es bisher nicht gelungen, einen Supermarkt anzusiedeln. Die Versorgungslücke durch die Schließung des Edeka-Ladens in Weil und des Tante-Emma-Ladens in Geretshausen würden die ansässigen Läden durch die Erweiterung ihres Sortiments kurzfristig kompensieren. „Wünschenswert sei aber ein großer Anbieter für die Gemeinde schon“, so Bauer.
Ob die Breitbanderschließung zur Standortstärkung beitragen könne, werde die Zukunft zeigen. Rund 337000 Euro wird die Gemeinde für die Maßnahme in die Hand nehmen. Der Ausbau soll in den nächsten Wochen beginnen und bis Ende Juni abgeschlossen sein. Die Ertüchtigung der Fördertechnik und der Brunnen für die Wasserversorgung in Schwabhausen zählt Bauer zu den dringlichen Pflichtaufgaben. Noch offen sei die Frage, ob Schwabhausen selbständig bleibt oder wie die anderen Ortsteile zur Versorgung an die Pöringer Gruppe angeschlossen wird. „Hier ist sowohl beim Wasserzweckverband als auch in der Gemeinde noch nichts entschieden.“
„Alles, was an Herausforderungen auf der Agenda steht, werden wir wohl nicht in einem Jahr umsetzen können“, meint Bauer. Auch wenn man die Schulden kontinuierlich abbauen konnte, blieben die notwendigen Investitionen für die Pflichtaufgaben der Gemeinde ein Balanceakt, um einen belastbaren Haushalt aufstellen zu können.