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Jubiläum: Scheibe mit Brotkrumen gekittet

Jubiläum

Scheibe mit Brotkrumen gekittet

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    Aus dem Jahr 1969 stammt die Aufnahme von der Königsproklamation. Schützenkönige waren seinerzeit Erwin Gleich und Hermann Kerschmeier junior bei der Jugend.
    Aus dem Jahr 1969 stammt die Aufnahme von der Königsproklamation. Schützenkönige waren seinerzeit Erwin Gleich und Hermann Kerschmeier junior bei der Jugend.

    Asch Seit 125 Jahren spielen die Sportschützen eine wichtige Rolle im Ascher Vereinsleben. Gefeiert wird das stolze Jubiläum der „Hubertusschützen Asch“ in dieser Woche mit einem Preisschießen. Am Samstag finden ein Festgottesdienst und im Haus der Begegnung ein Ball mit der Preisverleihung statt.

    Ein Blick in die Chronik zeigt, dass es bereits vor der offiziellen Vereinsgründung im Jahr 1887 am Ort einen regen Schießbetrieb gab. So ist aus dem Jahr 1880 überliefert, dass in den Sommermonaten, „allsonntäglich im Wald bei der Stockkapelle, ein fröhliches Scheibenschießen stattfand“. Als Zeuge dieser Vergangenheit ist heute noch ein aufgeschütteter Erdwall zu sehen, der seinerzeit als Kugelfang diente, weil mit Feuerstutzen aus 80 Meter Entfernung geschossen wurde.

    Der Überlieferung nach hatte dieser namentlich unbekannte Schützenverein mit der Bahnhofsrestauration als Schießlokal überörtlichen Charakter. Jäger aus der Umgebung und die örtliche Prominenz trafen sich hier jeden Mittwoch zu Scheibenschießen und Unterhaltung. Gegründet wurde der Verein schließlich im Jahr 1887 durch Andreas Breithinger und Fritz Blätz.

    1906 erhielt der Verein seinen heutigen Namen und zog in das Gasthaus „Zur Eichel“ in der Ascher Dorfstraße um. 1925 erfolgte die Anmeldung beim „Bayerischen Schützenbund“. In den dreißiger Jahren bestand in Asch dann vorübergehend mit der „Schützenlust“ sogar ein Parallelverein, da bei den Hubertusschützen laut Satzung der Jugend unter 21 Jahren das Schießen verboten war. Eine lustige Einrichtung hatten die Hubertusjünger im Gasthaus „Zur Eichel“. Beim Scheibenschießen löste der Schuss eines Zwölfers eine mechanische Vorrichtung aus, die zwei bunte, plastische „Spitzbuben“ mit einem Freudenjauchzer in die Höhe schnellen ließ.

    Um die nötige Schussentfernung zu bekommen, musste durch mehrere Räume mit Schutzvorrichtungen geschossen werden. Zur damaligen Zeit fehlten noch die heute üblichen Kurbelvorrichtungen, mittels derer die Scheibenblätter in Sekundenschnelle zur genauen Kontrolle zum Schützen zurückgeholt werden. Aus diesem und einem weiteren, netten Grunde wurden sogenannte „Zieler“ eingesetzt. Ihre Arbeit bestand nicht nur darin, den getroffenen Ring lauthals mitzuteilen, sondern sie hatten aus Sparsamkeitsgründen die Aufgabe, ständig etwas Brot zu kauen, damit jederzeit schnell mit dem bespeichelten Klümpchen der Einschuss wieder „zugekittet“ werden konnte.

    Als das Schusswaffenverbot nach dem Zweiten Weltkrieg aufgehoben wurde, bemühten sich im Jahr 1950 besonders die Jäger Daniel Burkart und Ulrich Rader um die Wiederbelebung des Schützenvereins Hubertus. Erster Schützenmeister wurde zunächst Konrad Zientner, dann Daniel Burkart und später Ulrich Rader. Seit 1956 ist das Vereinsleben in einem Protokollbuch festgehalten. Diesen Aufzeichnungen ist als Wesentliches zu entnehmen, dass in den ersten Fünfzigerjahren nur mit einem über den Krieg geretteten Stutzen geschossen wurde, bis sich der Verein 1958 bei einem Mitgliederstand von 44 zum Kauf eines neuen Zimmerstutzens und zum Aufbau eines zweiten Schießstandes im Saal entschloss.

    Verirrte Kugel im Lederhosenboden

    Das Schießen im Gasthaus „Zur Eichel“ fand allerdings unter beengten Verhältnissen statt, nämlich aus der Gaststube heraus durch die Küche in die „Speis“. Zu den Vereinsanekdoten gehört es, dass eines Tages eine verirrte Kugel einen Ascher in den Hosenboden traf, der sich auf der Küchenbank zur Ruhe gelegt hatte. Dessen Lederhose dämpfte allerdings die Wirkung des Geschosses, und so hielt sich auch der Schaden in Grenzen. Da 1972 der Wirtsbetrieb im Gasthaus „Zur Eichel“ eingestellt wurde, baute man im Dachgeschoss der „alten Schule“ ein eigenes Schützenheim mit zunächst fünf Ständen, das dann 1992 eine großzügige Erweiterung auf zehn Stände erfuhr. Parallel dazu erlebte der Verein einen sportlichen Höhenflug.

    Stolz ist man in Asch, dass der damalige Schützenmeister Hermann Kerschmeier im Jahr 1962 das Fuchstalpokalschießen initiierte, das seitdem zu den sportlichen Höhepunkten im Jahresablauf der insgesamt sieben Vereine zwischen Ellighofen und Denklingen zählt. An der Ascher Vereinsspitze löste Robert Fried 2004 seinen Vater Reinhard Fried ab, der zuvor 25 Jahre lang als Schützenmeister die Verantwortung getragen hatte. Heute zählt der Verein genau 200 Mitglieder.

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