Bloß keinen Fehler machen, ja keinen missverständlichen Satz formulieren: Das ist das oberste Gebot für Kandidatenduelle vor großem Publikum wie am Freitagabend in Kaufering. Denn ein solcher Fehler ist gewöhnlich das, wovon danach Hunderte Zuhörer erzählen, und der alle guten Ansätze überdecken kann. So gesehen ist es beim LT-Podium sowohl für Dr. Patrick Heißler (GAL) als auch Thomas Salzberger (SPD) gut gelaufen. Sie kamen persönlich integer und mit den wichtigen Kauferinger Themen gut bewandert rüber. Manchmal hätte man sich vielleicht etwas mehr menschliche Regungen gewünscht, vielleicht auch etwas mehr (partei-)politische Zuspitzung.
Für beide Seiten geht es um viel
Damit wollten Heißler und Salzberger aber nicht dienen: Denn sie wissen beide, dass sie die Zustimmung weit über die eigenen politischen Lager brauchen, um die Mehrheit der Wähler gewinnen zu können. Für beide Seiten geht es um viel: Für Salzberger ist es die letzte Chance, für die Grünen die Gelegenheit, kurz vor der Kommunalwahl ein Ausrufezeichen im Landkreis zu setzen.
So betonten beide das Pragmatische, das Überparteiliche. In der Kommunalpolitik sind das aber Selbstverständlichkeiten. Trotzdem waren Unterschiede zu bemerken, auch wenn sie nur dezent formuliert wurden. Salzberger ist Sozialdemokrat, ein in Politik, Verwaltung und Vereinen praktisch veranlagter Kümmerer, der sich an den Alltagsbedürfnissen seiner Mitmenschen orientiert. Heißler hörte sich streckenweise akademischer an, stellte auf größere Zusammenhänge ab. Wie seine Partei im Allgemeinen reklamierte er den Willen zu einem politischen Neuanfang.
Auch wenn inhaltlich vieles ähnlich klang (was angesichts der Aufgabenstellung in Kaufering aber nahe liegt), haben die Kauferinger am 6. Oktober eine interessante Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Politikertypen.
Einen Bericht über das LT-Podium lesen Sie hier: So präsentieren sich die Kandidaten Patrick Heißler und Thomas Salzberger den Kauferingern