Greifenberg Die Küchenzeile leuchtet in Apfelgrün, die Stühle sind in dunklem Weinrot bezogen, der Boden kontrastiert mit einem hellen Grau und an dem großzügigen Fenster steht ein Christbaum: Freundlich wirken die neuen Aufenthaltsräume für Demenzkranke im Kreisseniorenheim Theresienbad in Greifenberg. Der Landkreis und die Heimleitung haben dem Rechnung getragen, dass es bei 125 Pflegeplätzen etwa 70 Demenzkranke gibt und Bereiche so umgebaut und erweitert, dass jetzt neben den bestehenden Demenzpflegeplätzen auf Station 1 drei weitere Gruppen à 15 Personen gebildet werden können. Außerdem gibt es noch fünf Plätze für rüstige Senioren.
Der bisherige Anbau im Norden des Heimes wurde abgerissen und durch einen größeren mit eigenem Zugang zum Garten ersetzt. Im Parterre sowie im ersten und zweiten Stock entstanden Aufenthaltsräume auf 57 Quadratmetern. „Es wurde auch eine Fluchttreppe gebaut“, berichtet Henriette Schneider vom Architekturbüro Von Meier und Mohr, das auch das Brandschutzkonzept aktualisiert wurde. Die Zimmer in den anschließenden Trakten werden weiter genutzt.
Betriebsleiter Anton Schmid erläutert gegenüber dem LT, dass es für die 70 Demenzkranken fünf zusätzliche Mitarbeiter nur zur Betreuung gibt. Die neuen Räumlichkeiten ermöglichten es, Gruppen zu bilden und gäben den demenzkranken Senioren so die Chance, sich leichter orientieren zu können. „Es sind kleine Wohngruppen, in denen sie sich frei und dennoch geschützt bewegen können. Es ist hier ihr Wohnzimmer.“ Im Aufenthaltsraum können Beschäftigungsangebote gegeben werden, denn Demenzkranken fällt es schwer, ihren Tag selbst zu strukturieren: „Es kann in der Küchenecke gekocht und gebacken werden“, heißt es in der Pressemitteilung, kleine Gruppen fände sich hier zusammen zum ratschen, Karten spielen, lesen oder fernsehen oder handarbeiten. Zwei Wägen mit Utensilien zum Spielen, Malen und Basteln im Wert von 2000 Euro hat der Rotary Club Ammersee gespendet.
Die Gemeinschaft wird familienähnlich
Eine kleine Gruppe erlaube auch eher feste Beziehungen, „in denen sie ihre Mitbewohner als Bekannte, und nicht als Fremde erleben“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. In den familienähnlichen Gemeinschaften würden sie angenommen und müssten keine Auseinandersetzungen mit anderen fürchten, die ihre in der Krankheit auftretenden Eigenheiten nicht akzeptieren könnten. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 500000 Euro, der Landkreis hat 30 Prozent davon übernommen, 70 Prozent wurden vom Heim getragen. Die Kostenkalkulation wurde laut Pressemitteilung nicht überschritten, die Bauzeit von zwölf Monaten von der Genehmigung bis zur Fertigstellung wurde eingehalten.
Die neuen Räume wurden mit dem Hausgeistlichen Pater Winfried Mayr und Landrat Walter Eichner eröffnet. Eichner sprach den demografischen Wandel an, der einen erhöhten Pflegeaufwand nach sich ziehe. Dies sei auch nicht die einzige Baustelle: Ähnliches steht laut Eichner im Kreisseniorenheim Vilgertshofen an, und auch andere Heime im Landkreis werden nach Eichners Ansicht folgen. Für den Landrat ist wichtig, „dass die Menschen, die uns anvertraut sind, sich wohlfühlen“.