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Landkreis Landsberg: Flächenverbrauch: IHK auf Konfrontationskurs zu den Grünen

Landkreis Landsberg

Flächenverbrauch: IHK auf Konfrontationskurs zu den Grünen

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    So sieht die Fläche zwischen Landsberg und Kaufering aus. Wenn es nach der IHK geht, könnte das bestehende Industriegebiet von Landsberg in Richtung der Marktgemeinde erweitert werden.
    So sieht die Fläche zwischen Landsberg und Kaufering aus. Wenn es nach der IHK geht, könnte das bestehende Industriegebiet von Landsberg in Richtung der Marktgemeinde erweitert werden. Foto: Julian Leitenstorfer

    „Jedes Jahr wird eine Fläche so groß wie der Ammersee zugebaut“ – mit diesem Vergleich werben die bayerischen Grünen für ihr Volksbegehren „Betonflut eindämmen“. Gefordert wird, dass der Flächenverbrauch auf fünf Hektar pro Tag in Bayern beschränkt wird.

    Eine Position, die für die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern nicht tragbar ist. So stellt der Vorsitzende des Regionalausschusses Landsberg, Reinhard Häckl, bei einem Pressetermin der IHK in Landsberg die Frage: „Ist unser Landkreis tatsächlich zubetoniert und vollgepflastert mit Gewerbeflächen, Parkplätzen und Einkaufszentren?“ Für Häckl ist dies ein subjektives Empfinden, der Landkreis sei von einem grünen Landschaftsbild geprägt: „89 Prozent der Flächen etwa sind Natur oder werden landwirtschaftlich genutzt.“ Häckl nennt Zahlen des Statistischen Landesamtes vom 31. Dezember 2016.

    Laut IHK verschwinden die Flächen nicht - nur die Nutzung ändert sich

    Ihm fällt es schwer, in diesem Zusammenhang von „Flächenfraß“ zu sprechen, da dieses Wort starke Bilder auslöse. Und es führe in die Irre, da Flächen nicht verschwänden. Was sich ändere, sei die Nutzung. Häckl verweist auch darauf, dass - obwohl die Wirtschaftsleistung und die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich gestiegen seien -  sich der Anteil von Gewerbe- und Industrieflächen mit 0,5 Prozent an der Gebietsfläche zwischen 2011 und 2015 nicht verändert habe.

    Sowohl für Häckl als auch für IHK-Chefvolkswirt Dr. Robert Obermeier, der die Zahlen für den Landkreis vorstellte, ist die Flächenfrage jedoch bedeutend und neben dem Fachkräftemangel eine limitierende Größe, so eine Rückmeldung bayerischer Unternehmen, wie Obermeier schildert. Oft fehle die Möglichkeit, den Betrieb zu erweitern, beziehungsweise es kommt zu Konflikten mit näherrückenden Wohnbebauung.

    Die Kommunen sollen sich besser vernetzen

    Die IHK lehnt eine pauschale Flächen-Obergrenze, wie sie derzeit politisch diskutiert werde, kategorisch ab. Die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Freizeit würden unnötigerweise gegeneinander in Konkurrenz gebracht. Eine künstliche Verknappung der Fläche führe dazu, dass Wohnen noch teurer werde. Die IHK-Experten reden jedoch nicht von einer ungebremsten Entwicklung, sie setzen auf intelligenten Umgang mit der kommunalen Planungshoheit.

    Eine wichtiger Punkt ist dabei ein aktives Flächenmanagement. Das heißt, Innententwicklungpotenziale müssten mittels Baulückenkataster, Revitalisierung und Umnutzung ausgeschöpft werden. Vorhandene Bebauungspläne könnten überarbeitet und mehr Baudichte - beispielsweise durch ein zusätzliches Geschoss - zugelassen werden. Und sie sprechen sich sogar dafür aus, dem Baugebot, also, dem Gebot, dass bei vorhandenem Baurecht auch gebaut wird, mehr Gewicht zu verleihen. Bisher gibt es keine Zwang zu bauen.

    Lob an die Stadt Landsberg

    Außerdem sollten Kommunen stärker zusammenarbeiten. Häckl denkt beispielsweise an die Erweiterung des Gewerbegebiets im Landsberger Norden, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kaufering liegt, oder die Flächen des Fliegerhorstes Penzing. Grundsätzlich seien Modelle denkbar, bei denen beispielsweise zwei Gemeinden Gewerbeflächen auswiesen und eine dritte Wohnbauland schafft. Ein Instrument ist laut Häckl auch ein Zweckverband. „Kommunen dürfen sich nicht länger als Inseln betrachten“, fordert er ein gemeinsames Flächenmanagement.

    Der Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Weilheim, Jens Wucherpfenning, lobt in Sachen vorausschauende Planung die Stadt Landsberg und verweist auf das Prozedere der Überarbeitung des Flächennutzungsplans.

    Wie es mit dem Volksbegehren weitergeht, ist noch offen. Das Innenministerium hat eine Zulassung abgelehnt.

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