Der Wengener Dorfmarkt ist Geschichte: Die Veranstaltung, bei der in dem Dießener Ortsteil alljährlich alte Handwerke und frühere ländliche Wirtschaftsweisen lebendig in Szene gesetzt worden sind, wird es nicht mehr geben, hat die Wengener Burschenschaft als Veranstalterin des Markts mit knapper Mehrheit bereits zu Beginn des Jahres entschieden.
„Am Dorfmarkt hängt sehr viel dran, und wenn die Arbeit auf weniger Schultern verteilt wird, wird es für die Leute irgendwann zu viel“, erläutert der Vorsitzende der Burschenschaft, Thomas Bernhard, den Grund dafür, dass die 18-jährige Tradition des Dorfmarkts nun keine Fortsetzung mehr finden wird. 1993 hatte der derzeit rund 40 Mitglieder zählende Verein erstmals einen Dorfmarkt abgehalten, „um den Jungen das alte Handwerk nahezubringen“, wie Andreas Bernhard, der damals der Burschenschaft vorstand, erzählt. Die Idee sei damals am Stammtisch entstanden und sie fand gleich bei der Premiere großen Anklang, erinnert sich Bernhard: „Die einen haben damals gedacht, dass 100 oder 200 Leute kommen, die anderen 1000, doch dann waren so viele da, dass verschiedene Stände schon um zwei Uhr ausverkauft waren. Wie vor dem Mähdrescher-Zeitalter gedroschen wurde, war das erste Dorfmarkt-Thema, das die Burschenschaft in Szene setzte. Im Jahr darauf wurde der Weg vom Baum zum fertigen Haus dargestellt, später gab es einmal einen nachgespielten Feuerwehreinsatz mit historischen Gerätschaften aus dem Wengener Spritzenhaus. Die Ideen gingen den Burschen nie aus. Alte Handwerkstechniken wechselten sich mit landwirtschaftlichen oder hauswirtschaftlichen Vorführungen ab, andere Male standen Haustiere wie Rinder, Schafe oder Bienen im Mittelpunkt.
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