„Wir haben die zehn Jahre Bestehen erreicht, weil wir es immer wieder versucht haben. Mit dieser Einstellung ist der Chor im Lauf der Jahre nicht nur zahlenmäßig größer geworden. Er ist auch gewachsen in Können und Niveau. Heute wollen wir unsere Energie mit unserem Publikum teilen.“ Vor dem großen Jubiläumskonzert des Landsberger Gospelchors „the sweet 60s“ motivierte Leiter Charles B. Logan die als großer Kreis um ihn versammelten Sänger zu mutigem, beherztem Auftreten.
Viele sind auch anderweitig kreativ
Bei einem Konzert zum Zehnjährigen in der Landsberger Christuskirche ließ es der Chor allerdings längst nicht bewenden. Gefeiert wurde bereits vorher. Im evangelischen Gemeindehaus war nicht nur Begegnung und Austausch in gemütlicher Plauderrunde mit Häppchen und Getränken angesagt. Etliche Chormitglieder zeigten auch, dass sie über das Singen hinaus noch weit mehr kreativ tätig sind beziehungsweise nicht alltäglichen Hobbys nachgehen.
Im Gemeindesaal präsentierten sie durchaus neue Seiten. Neben viel Malerei in Techniken von Aquarell bis Öl war auch Zeichnung und Fotografie vertreten. Ausgestellt waren Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien, handgearbeitete Puppen und gestickte Darstellungen. Chormitglieder offenbarten sich als Buchautoren oder -illustratoren und Schmetterlingssammler.
Hauptakt des Tages aber war das Konzert. Nach dem großen Motivationskreis, der nach Aussagen von Chormitgliedern immer vor Auftritten stattfindet, zogen die rund 60 Sänger in die Christuskirche ein. Und bewiesen dort vom ersten Lied an, dass, wie die Laudatoren zu Beginn betonten, Singen guttut, gesund ist, und das besonders im Chor, dass es befreit und die Konzentration fördert. Die Sänger strahlten Optimismus aus, waren locker und sangen alles auswendig. Auffallend war, dass der Chor sich in den vergangenen Jahren qualitativ erstaunlich entwickelt hat. Ob a capella oder von Michael Armann am Klavier begleitet, stets war harmonischer Gesamtklang gegeben. Charles B. Logan hat aber auch ein gutes Händchen. Er motiviert, fördert und fordert heraus, führt und tritt natürlich, wie in der Geschichte der Spirituals üblich, als Vorsänger auf. Das scheint den Chor jedes Mal noch mehr anzustacheln – die Lautstärke wird dann gewaltig.
Mal leise, mal lauter
„The sweet 60s“ beherrschen aber auch die leisen Töne, lassen diese anschwellen bis zu mächtigen Schallwellen. Das Publikum in der Christuskirche war vom ersten Augenblick an dabei und mittendrin. Es wurde gejubelt, geklatscht, ja teilweise war sogar leises Mitsingen oder Mitsummen zu hören. Der Chorleiter erzählte zwischendurch nicht nur viel über die Gospels und Spirituals vom Protestsong „We shall overcome“ bis zum Segenslied „The Lord just keeps on blessing me“. Er blickte auch zurück auf zehn Jahre Chorgeschichte.
Der Gospelchor „the sweet 60s“ freut sich stets über neue Mitglieder. Einzige Bedingung ist ein Mindestalter von 60 Jahren, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Das älteste derzeitige Mitglied ist 91 Jahre alt. Geprobt wird montags von 10 bis 12 Uhr im Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Landsberg.