Zum zweiten Mal findet auf dem Landsberger Hauptplatz die Demo "Offenes Mikrofon Corona" statt. Foto: Julian Leitenstorfer
Zum zweiten Mal findet das „Offene Mikrofon Corona“ am Sonntag auf dem Landsberger Hauptplatz statt. Allerdings diesmal – im Gegensatz zur ersten Veranstaltung – nicht allein.
Das Bündnis „Landsberg bleibt bunt“ hatte eine Gegendemonstration angemeldet und war mit einem Infostand vertreten. Außerdem trat eine Vertreterin beim Offenen Mikrofon ans Rednerpult: Sie wies darauf hin, dass auf dem Veranstaltungsflyer ein falsches Zitat von Sophie Scholl verwendet worden sei. „Der größte Schaden entsteht durch die unsolidarische Minderheit, die nur aus ihrem Egoismus heraus handelt, lügt und alles verweigert“, habe Scholl nie gesagt. Sie finde es „eklig“, dass Gruppen wie Querdenken und Ähnliche die Widerstandskämpferin vor ihren Karren spannen würden. Es sei nötig, den eigenen Standpunkt zu überprüfen.
Lange Rede über die Lockerungen des Corona-Lockdowns
Den machten Norbert Larisch, der Organisator des Offenen Mikrofons und mehrere andere Redner deutlich. Larisch sprach gut zehn Minuten über die schrittweise Lockerung des Lockdowns und merkte an, dass in Italien schon seit Wochen die Läden mit einem entsprechenden Hygienekonzept geöffnet hätten – darüber aber in den Medien nicht berichtet werde.
Nobert Larisch hat die Demonstration organisiert. Foto: Julian Leitenstorfer
Einer der Redner, der sich als ein Mitglied der „größten Oppositionspartei in Deutschland“ bezeichnete, also wohl der AfD, erklärte, dass der Lockdown nicht die Gesundheit schütze, sondern die mittelständische Wirtschaft zerstöre und forderte deswegen ein sofortiges „Ende der Notstandsmaßnahmen“. Eine andere Rednerin – die zunächst lange von ihrer Kindheit in der damaligen DDR erzählte, meinte am Ende ihrer Ansprache: „Wir haben zwar Corona, aber wir haben keine Pandemie.“
Polizei verzeichnet Verstöße gegen das Maskengebot
Die Risiken der Corona-Impfung wurden ebenfalls thematisiert – was ein vorbeilaufender Passant mit dem Ruf „sofort impfen“ quittierte. Aber es gab von den etwa 50 Zuhörern auch immer wieder Applaus für die Redner. Die Polizei Landsberg war mit sieben Einsatzkräften vor Ort. Wie Julia Siebert mitteilte, wurden Maskenverstöße im einstelligen Bereich geahndet.